Älter werden - Chancen annehmen

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Festredner: Dr. Henning Scherf

Alt sein ist nicht mehr die große Ausnahme, es ist normal geworden. Und: Alte Menschen sollen die Chance annehmen, ihre gewonnenen Jahre zu nutzen, anstatt sie zu verplempern.

Das waren nur zwei Appelle, die Festredner Dr. Henning Scherf am Dienstagnachmittag in der Stadthalle an die Gäste der Feier zum 40. Geburtstag des Vereins Senioren heute Northeim richtete.

„Das Beste was Northeim passieren kann, sind aktive Senioren. Wenn ich hier Bürgermeister wäre, würde ich jeden einzelnen in den Arm nehmen.“

Scherf hatte das Thema „Alter im Wandel der Zeit“ gewählt - und damit genau ins Schwarze getroffen: Viele seiner Statements wurden von den gut 500 Gästen mit spontanem Applaus honoriert. „Wir haben großes Glück, dass wir in einer Zeit leben, in der wir viel älter werden, als noch unsere Großeltern“, so Scherf weiter. Das sei vor allem ein Verdienst der Medizin und der Ärzte. Waren Herzinfarkt und Krebs früher fast sichere Todesurteile, könnten viele Erkrankte heute geheilt werden. „Wir leben anders, wir leben bewusster. Und wir wissen endlich, dass Kopf und Körper zusammen gehören und nur zusammen funktionieren.“

Die geschenkte Zeit dürfe aber nicht sinnlos allein vor dem Fernseher vergeudet werden: „Wir müssen gestalten und uns immer wieder neu ausprobieren.“ Trotz sicherlich leerer Kassen richete Scherf den Appell an Bürgermeister Kühle, sich weiter für die Alten zu öffnen, ihnen Orte zu schaffen, an denen sie sich wohlfühlen.

Profitieren vom demographischen Wandel

„Das ist sicherlich eine Riesenaufgabe für eine Kommune, aber davon werden alle Generationen profitieren“, betonte er. Niemand dürfe weglaufen vor dem demographischen Wandel, vielmehr müssten Alte wie Junge gemeinsam überlegen, sie sie noch mehr voneinander profitieren könnten.

„Wir müssen uns für die Jüngeren öffnen, damit sie wissen, dass es uns gut geht und sie nicht nur zu Weihnachten vorbeikommen, um zu sehen, ob wir noch leben.“ Mit langanhaltendem Applaus dankten die Zuhörer dem Ex-Bürgermeister Bremens für diesen spürbaren Motivationsschub.

Grußworte gab es zuvor von Bürgermeister Kühle und Superintendent Heinz Behrends. Für die Umrahmung der Festveranstaltung sorgten unter anderem die Tanzgruppe von Senioren heute und der Chor „Ars musica vocale“ vom Gymnasium Corvinianum.

(kat)

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