Ärzte erkennen Multiple Sklerose oft zu spät

In Deutschland leiden rund 130.000 Menschen an Multiple Sklerose. Die Ursache der Nervenkrankheit ist noch ungeklärt. Auch eine Diagnose kommt für Patienten oft sehr spät. 

Die Diagnose der chronisch-entzündlichen Nervenkrankheit Multiple Sklerose in Deutschland muss nach Auffassung der rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerin Malu Dreyer (SPD) verbessert werden. „Gerade im Anfangsstadium werden Symptome oft nicht richtig erkannt und Betroffene rennen von Arzt zu Arzt“, sagte die selbst an MS erkrankte Dreyer bei einem Treffen von Schirmherren der Deutschen Multiplen Sklerose Gesellschaft am Freitag in Mainz. Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen müssten besser untereinander vernetzt werden.

Multiple Sklerose (MS)

Die Multiple Sklerose (MS) ist in Mitteleuropa die häufigste chronisch-entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems. Schätzungen zufolge sind weltweit rund 25 Millionen Menschen betroffen, in Deutschland etwa 130.000. Jährlich werden 2.500 Neuerkrankungen diagnostiziert - meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Die Ursache der unheilbaren Krankheit ist noch nicht geklärt. Vieles spricht dafür, dass das Immunsystem des Körpers eine zentrale Rolle spielt. Das fehlgeleitete Abwehrsystem greift die Markscheiden, eine isolierende Umhüllung der Nervenstränge, an und zerstört sie. Dadurch wird die Erregungsleitung in den Nervenfasern verlangsamt oder ganz unterbrochen. Es kommt zu neurologischen Ausfällen. Eine dauerhafte Behinderung entsteht, wenn die Markscheiden nach mehrere Krankheitsschüben nicht mehr nachgebildet werden können und auch die Nervenfasern absterben.

Die Krankheit kann ganz unterschiedlich verlaufen. In nicht vorhersehbaren Abständen treten Schübe auf, mit denen oft eine Verschlechterung des Gesamtzustandes einhergeht. Eine MS verläuft aber nicht zwangsläufig schwer; häufig treten erst spät größere Beeinträchtigungen auf.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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