Ärzte im Dialog: Herzkatheter und Koronardilatation

Patienten-Infoveranstaltung der Diakonie-Kliniken Kassel - Am 21. September im Gespräch mit: Prof. Dr. Albrecht Vogt, Chefarzt Kardiologie der Diakonie-Kliniken Kassel

Die Verengung von Herzkranzarterien ist die häufigste Herzerkrankung und Todesursache in den westlichen Industrienationen. Durch die zu engen Gefäße wird das Herz unzureichend mit Sauerstoff und lebenswichtigen Substanzen versorgt. Dies verursacht Beschwerden wie Atemnot und vorwiegend unter Belastung auftretende Schmerzen in der Brust (Angina pectoris).

Zudem sind die Engstellen der Herzkranzgefäße Ursache für Herzinfarkte und damit eine lebensbedrohliche Gefahr für den betroffenen Patienten. Zur Erkennung der Erkrankung ist die Herzkatheteruntersuchung die sicherste Methode. Hierbei handelt es sich um ein medizinisches Verfahren, bei dem ein dünner Kunststoffschlauch von der Bein- oder Pulsschlagader zum Herzen eingeführt wird. Hierüber wird Kontrastmittel direkt in die Herzkranzgefäße eingespritzt. Per Röntgenfilm ist es so möglich, die Engstellen an den Herzschlagadern präzise sichtbar zu machen.

Über die Möglichkeiten, Risiken und auch die Grenzen der Herzkatheteruntersuchung und Behandlung der koronaren Herzerkrankung wird am 21. September ab 18 Uhr in der Cafeteria, 1. Stock des Diakonissen-Krankenhauses (Herkulesstraße 34, 34119 Kassel)  informiert.

In vielen Fällen können die Verengungen durch das Einführen kleiner Ballonkatheter erweitert werden. Es handelt sich dabei um einen zusammengefalteten Ballon, der an der Spitze des Schlauches angebracht ist. An der Engstelle angekommen wird dieser Ballon aufgebläht und das verengte Gefäß somit erweitet (Koronardilatation). Dabei wird oft zusätzlich ein kleines Metallnetz, ein sogenannter Stent, eingesetzt, um die erweiterte Stelle zuverlässig offen zu halten. Durch diese Maßnahme wird der Patient in der Regel beschwerdefrei. Je nach Untersuchungsziel ist es möglich verschiedene Stellen im Herzen beziehungsweise in den Herzkranzgefäßen anzusteuern. Man spricht vom Rechtsherzkatheter, wenn die rechte Herzkammer untersucht werden soll und entsprechend vom Linksherzkatheter bei der Untersuchung der linken Herzkammer. Wie jede invasive medizinische Behandlung hat auch der Herzkatheter Risiken, und nicht alle Verengungen von Herzkranzgefäßen können erweitert werden. Leider ist auch der Herzkatheter allein keineswegs in der Lage, die zugrunde liegende Erkrankung vollkommen zu beherrschen oder gar zu heilen. Hierzu sind vielmehr eine disziplinierte Mitarbeit des Patienten und eine lebenslange Behandlung mit Medikamenten erforderlich. Zu den größten Risikofaktoren gehören Bluthochdruck, erhöhtes Cholesterin, Diabetes, Überernährung, Bewegungsmangel und Rauchen. (nh)

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