Alkohol verursacht in Europa jeden zehnten Tumor bei Männern

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Alkohol verursacht bei europäischen Männern etwa jede zehnte Krebserkrankung. Bei Frauen stecken alkoholische Getränke hinter drei Prozent aller Tumoren, wie eine Langzeitstudie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DifE) zeigt.

Die meisten dieser Karzinome gehen demnach auf überhöhten Alkoholkonsum zurück. Die akzeptable Tagesmenge liegt laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Männer bei zwei Gläsern und für Frauen bei einem Glas eines alkoholischen Getränks wie Bier, Wein oder Spirituosen.

Seit langem gehen Experten davon aus, dass Alkohol Tumore von Brust, Leber, Darm, Mund, Rachen und Speiseröhre fördert. Unklar waren jedoch bislang die Zahl der dadurch bedingten Krebserkrankungen. Nun analysierten die Potsdamer Epidemiologen die Daten von über 360.000 Erwachsenen aus acht EU-Staaten, darunter auch Deutschland, über fast neun Jahre. Demnach verursachte Alkoholkonsum bei Männern aus Deutschland und fünf weiteren Ländern allein im Jahr 2008 fast 58.000 Krebserkrankungen in oberem Verdauungstrakt, Darm und Leber. Rund 57 Prozent davon gingen auf einen Tageskonsum von mehr als zwei solchen Getränken zurück.

Bei den Frauen verursachte die Droge in allen acht Staaten 21.500 Tumore von Verdauungstrakt, Leber und Brust. Über 80 Prozent davon entstanden durch einen Tageskonsum von über einem Getränk. Besonders stark steigerte Alkohol bei beiden Geschlechtern die Gefahr für Karzinome von Mund, Rachen, Speiseröhre und Leber. "Nach unseren Ergebnissen wären sehr viele Krebsfälle vermeidbar, wenn die WHO-Empfehlungen berücksichtigt würden", sagt Autorin Madlen Schütze. "Noch mehr Krebserkrankungen ließen sich vermeiden, wenn jeder ganz auf Alkohol verzichten würde."

Europa gehört weltweit zu den Regionen mit dem höchsten Alkoholkonsum. Insgesamt gehen auf dem Kontinent etwa 6,5 Prozent aller Todesfälle auf die Droge zurück. (dapd)

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