Ein lebendiges offenes Haus wird entstehen

Im neuen Altenzentrum von Niestetal wird es auch zwölf Plätze für die ambulante Tagespflege geben.

Investor Alexander Lindhorst

Das haben Investor Alexander Lindhorst und Betreiber Michael Schmidt von der Arbeiterwohlfahrt Nordhessen mitgeteilt. Beim offiziellen Start des Vorhabens am Dienstag wurden die konkreten Pläne dafür im Rathaus vorgestellt. Lindhorst-Architekt Jan von Hörsten will auf der knapp 3770 Quadratmeter großen Fläche an Cornelius-Gellert- und Karl-Marx-Straße in Heiligenrode einen dreigliedrigen, zweigeschossigen Gebäudekomplex mit einer Nutzfläche von 3570 Quadratmetern errichten. Darin findet auch auf 190 Quadratmetern die neue Senioren-Begegnungsstätte der Gemeinde Platz.

Die 83 Pflegeplätze werden auf sechs familienähnliche Gruppen aufgeteilt. „In denen leben die Menschen wie in Alten-Wohngemeinschaften“, erläuterte Awo-Geschäftsführer Schmidt das Konzept, nach dem die Awo in Nordhessen inzwischen sieben Heime mit über 400 Plätzen führt. Jede Gruppe lebt auf etwa 700 Quadratmetern, Bewohner und Betreuer kochen gemeinsam.

Nahezu einmalig in der Region

Es gibt ausschließlich Einzelzimmer, Paare können mit Türen verbundene Zimmer nutzen. Für altersverwirrte Bewohner wird es besondere Angebote geben, kündigte Schmidt an. Die zwölf Plätze in der ambulanten Tagespflege, die Begegnungsstätte sowie die Nähe zu den Niestetaler Schulen sollten helfen, das Ziel zu erreichen: „Wir wollen ein lebendiges, für alle offenes Haus“, sagte Schmidt.

Die Awo wird in Niestetal über 60 Mitarbeiter beschäftigen, davon etwa zwei Drittel in Teilzeit. Obwohl die Awo in fünf Altenpflegeschulen über 1000 Schüler ausbildet und selbst 140 Auszubildende beschäftigt, sieht Schmidt große personelle Engpässe in den kommenden Jahren im Pflegebereich, die gemeistert werden müssten.

Architekt Jan von Hörsten

Heute kostet ein Zimmer in der Pflegestufe I in einem Awo-Heim etwa 2100 Euro im Monat, in der Pflegestufe III sind es 3000 Euro. Nach Einschätzung des Awo-Geschäftsführers wird das neue Altenzentrum den Bedarf in Niestetal für die nächsten Jahre decken. Zunächst sollten Bewohner aus den beiden Niestetaler Ortsteilen aufgenommen werden, dann auch Bewerber aus den Nachbargemeinden. Schmidt rechnet damit, dass das Heim innerhalb eines Jahres voll belegt sein kann. In den ersten zwölf Monaten werde ein Minus im „hohen sechsstelligen Bereich“ kalkuliert.

Alexander Lindhorst und Architekt Jan von Hörsten bezifferten die Investition auf über sechs Millionen Euro. Der Bauantrag werde im Januar gestellt, die Arbeiten sollten im ersten Quartel 2011 beginnen und elf Monate dauern. Eröffnung könnte dann also Mitte 2012 sein. (Thomas Stier)

Mehr Informationen zu Konzept, Kosten und Anmeldungen gibt es auf der Internet-Seite unter www.awo-nordhessen.de

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