Altersarmut belastet Stadt und Landkreis

Mit unserer zunehmend älter werdenden Gesellschaft geht die Altersarmut einher. Die Zahl der Senioren, die von ihrer Rente nicht leben können, nimmt zu.

Den Kämmereien in Stadt und Landkreis Kassel bereitet deshalb die steigende Zahl der über 65-Jährigen, die Leistungen der Grundsicherung beziehen, große Sorgen. „Auf die Kommunen kommen deutlich mehr Kosten zu, denn die Altersarmut wird auch in nächster Zukunft steigen“, sagt Detlev Ruchhöft, der Geschäftsführer der Arbeitsförderung Kassel.

Er kritisiert, dass es trotz der steigenden Kosten für die Kommunen nicht mehr Bundesmittel gibt. Im vergangenen Jahr haben in Kassel insgesamt 3562 Menschen eine Grundsicherung bezogen. Davon waren 2200, - das sind zwei Drittel - 65 Jahre und älter. Ihre Anzahl ist in Kassel in den vergangenen drei Jahren um 500 Menschen gestiegen.

Für diese Menschen hat die Stadt Kassel im Jahr 2009 zehn Millionen Euro an Leistungen zur Grundsicherung aufgebracht. Auch Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel, ist über die Dynamik der Altersarmut besorgt.

Umso mehr, als die Landkreisbevölkerung inzwischen sogar noch stärker altert als im Stadtgebiet. „Die Zahl derjenigen Menschen, die von ihrer Rente leben können, wird perspektivisch zurückgehen“, sagt Kühlborn.

Als Grund nennt er die hohe Zahl der Menschen, die von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind. „Die sind jetzt schon voll in der Grundsicherung drin und ihre Renten werden entsprechend niedrig sein. Ihre Zahl wird sich vergrößern und den Kreishaushalt künftig noch stärker belasten.“

Der Landkreis Kassel hat im vergangenen Jahr sieben Millionen Euro an Grundsicherung gezahlt, davon fünf Millionen Euro an 1004 Menschen über 65 Jahre. Deren Zahl hat im Vergleich zum Vorjahr um 300 Menschen zugenommen. (Von Christina Hein)

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