Angehörige unter Druck

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Arbeiten im Team: Jan Babener von der Pflegedienstleitung des DRK-Kreisverbandes Bad Wildungen und die Pflegerin Gabriele Alsdorf testen ein speziell für Demenzkranke erfundenes Spiel.

Die Angehörigen von Demenzkranken stehen oft unter Druck. Nehmen sich kaum Zeit für sich und ihre Bedürfnisse, haben sich ganz der zu pflegenden Person verschrieben. Um Angehörige zu entlasten, gibt es auch in Waldeck-Frankenberg immer mehr ambulante Demenzbetreuer.

Das Deutsche Rote Kreuz bietet neuerdings in Bad Wildungen Betroffenen und Angehörigen Hilfe an. „Wer die Pflegestufen nicht erreicht, hat trotzdem Anspruch auf ambulante Unterstützung“, sagt Jan Babener, von der Pflegedienstleitung des DRK-Kreisverbandes in Bad Wildungen. 1200 bis 2400 Euro gibt es dafür je nach Schweregrad von den Pflegekassen. Geld für die eingeschränkte Alltagskompetenz, wie das in der Fachsprache genannt wird.

Eingesetzt, um gezielt die Angehörigen zu entlasten. „In der Zeit, in der wir uns um die an Demenz Erkrankten kümmern, können die Angehörigen sich Zeit für sich nehmen“, sagt Pflegerin Gabriele Alsdorf und weiß aus der Praxis nur zu genau, dass genau dieser Freiraum vielen Angehörigen fehlt. „Der Gang zum Frisör, zum Arzt oder zur Bank erscheint vielen Pflegenden kaum noch möglich“, sagt sie. „Demenzpflege ist ein Vollzeitjob“, fügt sie an.

Genau an diesem Punkt setzen die ambulanten Demenzbetreuer ein. Stundenweise kommen sie in die Familien. „Wir setzen Fachpersonal dafür ein. Unsere Mitarbeiter sorgen dafür, dass die Betroffenen in so Dingen wie Wäsche wachen und Kaffee kochen in der Übung bleiben“, sagt Babener. Außerdem wird eine speziell angepasste Form der Gesprächsführung angewandt, um sich noch besser auf den Patienten einlassen zu können. Und in der Zeit, in der die Demenzbetreuer im Einsatz sind, können sich die Angehörigen um ihre Belange kümmern.

Doch bevor die Demenzbetreuer in die Familien kommen, muss deren Einsatz vom medizinschen Dienst genehmigt werden. „Wir helfen auch bei der Antragstellung“, sagt Babener.

Von Maja Yüce

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