Die neuen Badewannen sind anmutig und altersgerecht

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Leichter Einstieg: Auf dem breiten Wannenrand sitzend kann man die Beine bequem rüberschwingen.

"Altersgerechtes Badezimmer": Das klingt nicht gerade nach einem optischen Höhepunkt. Die meisten Menschen denken dabei an plumpe Haltegriffe und Plastiksitze in der Wanne. Inzwischen haben aber viele Designer Wannen entwickelt, die schön aussehen und technischen Komfort bieten.

Wer Wert auf ein Bad legt, das er auch im Krankheitsfall oder im Alter nutzen kann, muss nicht auf eine Badewanne verzichten. Viele Hersteller haben Design mit praktischen Anforderungen verknüpft und anmutige Wannen mit Stufen, Einstiegen oder breiten Rändern entwickelt. „Vom Krankenhauscharme einer behindertengerechten Badewanne sind die Modelle mittlerweile weit entfernt“, sagt Jens Wischmann von der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) in Bonn. Die Baddesigner hätten den wachsenden Trend zur altersgerechten Ausstattung erkannt und suchten nach ansprechenden Lösungen. So bieten beispielsweise bodenebene Duschen nicht nur einen komfortablen Einstieg, sondern fügen sich auch optisch besser in den Raum.

Vielfältiges Design

Die Formenvielfalt der Badewannen beispielsweise von Duravit reicht von rechteckigen Modellen über das trapezförmige Modell Paiova bis hin zu Seadream – einer Wanne, die durch eine L-förmige Geometrie Badegenuss mit einer großzügigen Duschzone verbindet. Wie auch bei Paiova steht bei Seadream eine Stufe als Einstiegshilfe und als Ablagefläche zur Verfügung. Die minimalistischen Formen der Wannen werden durch einen verdeckten Bodenzulauf verstärkt.

Wer viel Platz hat, findet beim Hersteller Kaldewei eine Badewanne, die direkt in den Boden eingebaut wird. So steigt man von oben in die Wanne wie in ein Schwimmbecken. Einen besonderen Badegenuss versprechen sogenannte „Floating-Wannen“, bei denen der Auftrieb des Wassers der Schwerkraft entgegenwirkt. Der Zustand des Schwebens („Floating“) soll zu Entspannung führen. In diesen großzügigen Wannen ist das Reinigungsprozedere eher Nebensache.

Eine ausladende Badewanne ist der Ausdruck von Luxus, Freiheit und Wohlbefinden, sagt die Wohnexpertin Katharina Semling in Oldenburg. Ganz unabhängig vom Alter der Bewohner werde sie immer mehr zum Mittelpunkt der privaten Wellnessoase. Aber nicht jeder hat den Platz und das Geld für solche außergewöhnlichen Badewannen.

Mit einigen gestalterischen Mitteln lässt sich jedoch jedes Modell einfacher zugänglich machen. Um auf eine bequeme Einstiegshöhe zu kommen, kann die Wanne zum Beispiel tiefer gelegt werden. Eine weitere Möglichkeit sei, eine Stufe vor die Wanne zu setzen. Auch ein breiter, gemauerter Rand um die Wanne erleichtert den Einstieg. Außerdem bietet diese Lösung eine Ablagefläche für Kerzen, Bücher oder ein Glas Wein.

Auf passende Größe achten

Auch die Körpergröße der Bewohner spielt bei der Gestaltung der Wanne eine wichtige Rolle. Einer kleinen Frau beispielsweise hilft eine Stufe beim Einstieg in eine hohe frei stehende Wanne, sagt der Baddesigner Harald Schnur aus Stuttgart. Die Wannengröße muss ebenfalls passen.

Die Beine sollten weder angewinkelt werden müssen, noch darf eine kleine Person haltlos im Wasser schwimmen. Wer eine Wanne mit Whirlsystem wählt, sollte darauf achten, dass die Düsen genau an die individuelle Höhe der Halswirbel und der Lendenwirbel angepasst werden. (tmn)

Von Mensch zu Mensch.pdf

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