Ehe und Arbeit verlängern das Leben

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Stets heiter und optimistisch sein und nicht zu viel arbeiten - das ist nicht das Rezept für ein langes Leben. Stattdessen scheinen vorsichtige Dickbrettbohrer, die gern und viel arbeiten, eine ungewöhnlich hohe Lebenserwartung zu haben.

Unter anderem dieses überraschende Ergebnis hat jetzt die Auswertung einer einzigartigen Langzeitstudie zum Einfluss der Persönlichkeit auf die Lebenserwartung aus den USA erbracht.

Der Psychologe Howard Friedman von der University of California in Riverside und seine Kollegin Leslie Martin hatten dazu über 20 Jahre hinweg die Persönlichkeitsmerkmale und Schicksale von 1500 begabten Kindern analysiert, die im Jahr 1921 etwa zehn Jahre alt waren. Über die Ergebnisse der Analyse, die die beiden Forscher jetzt in einem Buch zusammengetragen haben, berichtet die University of California.

Eheleben spielt für Gesundheit der Frauen keine Rolle

Der 1956 verstorbene Lewis Terman hatte 1921 eine Gruppe von hochbegabten Kindern zu studieren begonnen. Deren weitere Lebenswege und Todesumstände untersuchten Friedman und Martin nun, unterstützt von einem Team von mehr als hundert Studenten und Doktoranden. 20 Jahre nahmen sie sich Zeit für die Recherchen und Analysen - und wurden mit unerwarteten Antworten belohnt.

So stellte sich heraus, dass das Eheleben zwar gut für die Gesundheit von Männern ist, für Frauen jedoch keine große Rolle spielt. Während verheiratete Männer mit großer Wahrscheinlichkeit 70 oder älter wurden, erlebten weniger als ein Drittel der geschiedenen Männer ihren 70. Geburtstag. Geschiedene Frauen dagegen wurden nahezu genauso alt wie ihre verheirateten Geschlechtsgenossinnen.

Produktive Menschen leben länger

Profitieren kann man auch von einem anspruchsvollen Arbeitsleben: Kontinuierlich produktive Männer und Frauen lebten länger als diejenigen, die es eher ruhiger angehen ließen. Vielleicht am überraschendsten war das Ergebnis, dass Glück und Gesundheit nicht in der Weise zusammenhängen, die die Forscher erwartet hatten: Nicht die fröhlichsten und humorvollsten der  Mädchen und Jungen erreichten später das höchste Lebensalter. "Es waren die vorsichtigsten und hartnäckigsten Individuen, die am gesündesten blieben und am längsten lebten", sagt Friedman. Die Luftikusse und Optimisten dagegen neigten zu riskanten Lebensentscheidungen und kümmerten sich zu wenig um Gesundheit und Sicherheit - was letztlich ihr Leben verkürzte.

Das heißt: Glücklich sein macht nicht gesund, aber Glück und Gesundheit können das Resultat eines umsichtigen, produktiven und nachhaltigen Lebensstils sein. (dapd)

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