800 Euro-Grenze

Arme und ungebildete Männer sind anfälliger für Demenz

+
Arme und ungebildete Männer anfälliger für Demenz.

Arme und weniger gebildete Männer erkranken durchschnittlich sechs Jahre früher an Demenz als diejenigen mit höherem Bildungsstand und besserem Einkommen.

Das berichtete die "Welt" am Freitag unter Berufung auf eine noch unveröffentlichte Studie der AOK Rheinland/Hamburg. Aussagen über Frauen wurden in dem Bericht nicht getroffen.

Demnach waren Männer mit einem Monatseinkommen von weniger als 800 Euro bei ihrer ersten Demenzdiagnose durchschnittlich 75 Jahre alt, Männer mit einem Einkommen von mehr als 1600 Euro dagegen 81 Jahre. Ähnliches gilt auch für die Pflegebedürftigkeit, die demnach bei ärmeren und weniger gebildeten Männern durchschnittlich sieben Jahre früher eintritt als bei reicheren und gebildeteren.

Die Aussagen zur Demenz erklären die Forscher laut "Welt" damit, dass sich Männer mit vergleichsweise hohem Bildungsstand und deswegen meistens auch höherem Einkommen in der Regel gesünder ernähren und mehr Sport treiben. Dies wirke sich positiv auf den Gesundheitszustand insgesamt aus, also auch beispielsweise auf die Anfälligkeit für Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Geistig fit im Alter

Wer einen hohen Ausbildungsstand habe, halte sich zudem auch im fortgeschrittenen Alter tendenziell eher geistig fit, zitierte die "Welt" den Wissenschaftler Thomas Willnow vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin. "Es ist schon etwas dran an der Empfehlung, im Rentenalter Kreuzworträtsel zu lösen, um geistig nicht einzurosten", sagte er demnach weiter.

Demenz oder Alzheimer?

Rund 1,6 Millionen Menschen sind heute in Deutschland nach Auskunft der Deutschen Alzheimer Gesellschaft an Demenz erkrankt. Der Großteil davon an Alzheimer. Alle wichtigen Infos zu Symptomen, Ursache und Therapie finden Sie hier.

Demenz beschreibt den Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit. Sie zählt zu den häufigsten Erkrankungen im Alter. Heilungsmöglichkeiten gibt es bisher nicht, die Ursachen sind nicht hinreichend erforscht. 

Das Demenz-Risiko steigt mit dem Alter, mit 90 ist bereits jeder Dritte betroffen. Experten gehen davon aus, dass sich die Zahl der Betroffenen auch angesichts der steigenden Lebenserwartung bis 2050 verdoppeln könnte.

Was hilft gegen das Vergessen?

Cannabis hilft gegen starke Schmerzen, das ist bekannt. Forscher haben nun herausgefunden, dass Inhaltsstoffe der Hanf-Pflanze wohl gegen Alzheimer helfen können.

Spiel für die Alzheimer-Forschung

Ein mobiles Game soll die Alzheimer-Forschung einen bedeutsamen Schritt voranbringen. Das Spiel für Smartphones und Tablet
„Sea Hero Quest“ ist kostenfrei und auf iOS- und Android-Geräten verfügbar.

Bei Navigationsaufgaben müssen die Spieler mehrere Bojen in der richtigen Reihenfolge mit einem Boot abfahren. Die Karte bekommt der Spieler dabei nur vor Beginn der Fahrt zu sehen. Hinzu kommen Aufgaben wie das Verschießen von Leuchtraketen oder das Umfahren von Hindernissen. Die Steuerung des Bootes erfolgt über das Display - ein leichter Fingerdruck auf der rechten oder linken Bildschirmseite lässt das Boot die Richtung wechseln.

Während des Spiels sammeln Wissenschaftler Daten über das räumliche Orientierungsvermögen. Diese Erkenntnisse sind für die Diagnostik und die Arzneimitteltherapie bedeutsam.

Prominente, die ihr Gedächtnis verloren 

AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.