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Arthrose: Welche Lebensmittel gegen Gelenkschmerzen helfen

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Von: Paul Bröker

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Bestimmte Lebensmittel können helfen, Gelenkschmerzen zu mindern.
Bestimmte Lebensmittel können helfen, Gelenkschmerzen zu mindern. © Imago

Quälende Gelenkschmerzen und es wird sofort eine Prothese empfohlen? Bei Arthrose helfen mitunter auch andere Mittel, sagen Experten.

Kassel – Rund fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden an Arthrose. Damit gelten die quälenden Gelenkschmerzen fast als Volkskrankheit. Der Leidensweg führt Betroffene oft von Arzt zu Arzt. Dabei wird den Patienten auch oftmals eine künstliche Gelenkprothese empfohlen. Das verspricht Schmerzlinderung. Somit sollen die Betroffenen wieder Lebensqualität zurückgewinnen.

Doch gibt es neben Operationen und Schmerzmedikamenten noch andere Wege, mit der Erkrankung zurechtzukommen? Die Forschung legt nahe, dass sich zumindest das Risiko, an Arthrose zu erkranken, deutlich verringern lässt – durch Sport und eine gesunde Ernährung.

Rezepte gegen Arthrose: Training der Muskulatur – davon profitieren die Gelenke

Das Knie ist eines der am meisten beanspruchten Gelenke und mit der häufigste Kandidat für Arthrose. Doch ist Sport dann gleich das Todesurteil für das Kniegelenk? Das ist eines der größten Irrtümer – auch und gerade bei älteren Menschen.

Die Gelenke brauchen sogar Belastung. Außerdem werden sie durch eine trainierte Muskulatur geschützt und gestützt. Das Arthrose-Risiko liegt laut einer Studie aus Chicago, die die NDR-Sendung DAS! zitiert, bei Menschen, die keinen Sport treiben, bei 15,3 Prozent. Damit liegt es deutlich über dem Durchschnitt. Bei sportlich aktiven Menschen dagegen ist das Arthrose-Risiko deutlich geringer. Es liegt nur bei 9,3 Prozent.

Arthrose: Dauerhafte Fehlbelastung kann Gelenkschmerzen verursachen

Doch wie kommt es überhaupt zu den Gelenkschmerzen? Ursachen für eine Arthrose können dauerhafte Fehlbelastungen oder Unfälle sein. Der Knorpel im Gelenk wird verletzt. Seine spiegelglatte Oberfläche wird erst rau und zerfasert dann. Das führt zu einer Entzündung im Kniegelenk und zu Schmerzen. Durch den Knorpel-Abbau verengt sich der Gelenkspalt im Knie. Im Endstadium reibt dann Knochen auf Knochen.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, empfiehlt sich ein gezieltes Training. Denn Bewegung ist die beste Medizin bei Arthrose und Schmerzen. Ob in Schulter, Hüfte, Fingern oder auch den oft betroffenen Knien: Fast jede zusätzliche Bewegung ist besser, als nichts zu tun.

Sportmediziner über Arthrose: „Auch Disposition“ – Gegenmaßnahmen lohnen sich

Als Beispiel für eine Fehlbelastung nennt der Sportmediziner Dr. Helge Riepenhof in der NDR-Sendung DAS! sogenannte X-Beine. Dabei würden die Patienten oft bloß ein funktionelles X-Bein aufweisen, das auf eine mangelnde Muskulatur zurückzuführen sei. Eigentlich sei das Bein gerade und die Patienten könnten ganz normal laufen, wenn ihnen nicht die mangelnde Muskulatur einen Strich durch die Rechnung machen würde. Am Ende stünde dann die Diagnose Arthrose im Kniegelenk.

Riepenhof, der als Chefarzt am Hamburger BG Klinikum arbeitet, weist in der NDR-Sendung jedoch darauf hin, dass es durchaus auch eine Disposition für Arthrose gibt. Das heißt, dass sich Arthrose in manchen Familien häuft. Dennoch lohne es sich, das bestehende Risiko durch Gegenmaßnahmen herauszuzögern. Dazu gehöre vor allem ein effektives Muskeltraining.

Künstliche Gelenke bei Arthrose: Moment so lange wie möglich hinauszögern

Auch zum Thema künstliche Gelenke äußert sich Sportmediziner Riepenhof: „Ich bin der letzte, der sagt: bloß keine künstlichen Gelenke einbauen. Ganz im Gegenteil.“ Eine Operation helfe „unglaublich vielen Menschen“, da dadurch der Schmerz nachlasse oder verschwinde und somit überhaupt Bewegung wieder ermöglicht werde. „Man sollte den Moment für eine OP nur so lange hinauszögern, wie es geht.“

Denn künstliche Gelenkprothesen hätten auch Nachteile: „Prothesen halten nicht für immer“, so Riepenhof. Wenn sie sich lockern und gewechselt werden müssen, könne das bei abermaligen Eingriffen zu Komplikationen führen. Ein einmaliger Gelenkersatz stelle jedoch medizinisch heutzutage kein Problem mehr dar.

„Das ist eine standardisierte Operation, die immer der machen sollte, der es häufig macht. Dann wird das Ergebnis auch gut“, rät der Hamburger Sportmediziner. „Davor muss man auch keine Angst haben. Das ist wirklich eine gute Sache.“ Dr. Helge Riepenhof gehörte schon mehrmals zum Ärzteteam, das die deutschen Athleten zu den Olympischen Spielen begleitet hat.

Entzündung mindern: Diese Lebensmittel sind bei Arthrose empfehlenswert

Im Interview mit focus.de empfiehlt Profikoch Holger Stromberg den Arthrose-Patienten, Lebensmittel zu meiden, die entzündungsfördernde Stoffe enthalten. Dazu gehören Fleisch, Eier und Milchprodukte.

Auch Zucker, Weizenprodukte und Alkohol hätten das Potenzial, Entzündungen zu fördern, sagt der Ernährungsexperte gegenüber focus.de. Allerdings seien auch nicht alle Gemüsesorten empfehlenswert. So enthielten Hülsenfrüchte etwa Phytinsäure, die ebenfalls im Zusammenhang mit Entzündungen stehen kann. Ungünstige Stoffe ließen sich aber durch intelligente Zubereitung der Lebensmittel oft unwirksam machen, etwa durch Einweichen oder lange Teigführung.

Vegane Ernährung bei Arthrose: Aufpassen bei Hülsenfrüchten

„Am besten ist eine vegane Ernährungsform mit einem geringen Anteil an Hülsenfrüchten“, fasst der Koch seine Empfehlung für Arthrose-Patienten auf focus.de zusammen.

Zugreifen könnten Betroffene dagegen bei Obst, Gemüse, Gewürzen, Kräutern und Ölen, die von Natur aus Entzündungshemmer enthalten, etwa:

Forscher haben offenbar einen entscheidenden Schritt in der Arthrose-Forschung gemacht. Eine neue Studie offenbarte spannende Details. (Paul Bröker)

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