Arzneireport: Zu viele Schlafmittel für Alkoholiker

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Der Arzneireport der Krankenkasse Barmer GEK kritisiert: Ärzte verordnen vielen Alkoholabhängigen starke Schlafmittel, die zusätzlich süchtig machen können.

Berlin - Ärzte verordnen vielen Alkoholabhängigen starke Schlafmittel, die zusätzlich süchtig machen können. Das kritisierten die Autoren des neuen Arzneimittelreports der Krankenkasse Barmer GEK am Mittwoch in Berlin.

Rund 14 Prozent der Alkoholkranken würden Schlafmittel verordnet.

Ebenso bedenklich sei, dass jeder dritte Demenzkranke regelmäßig starke Beruhigungsmittel bekomme, obwohl diese das Sterblichkeitsrisiko erhöhten. Und fast die Hälfte der 20 am häufigsten verkauften Antibabypillen enthielten Hormone mit einem doppelt so hohen Risiko von Gefäßverschlüssen wie bei älteren Präparaten.

Studienautor Gerd Glaeske vom Bremer Zentrum für Sozialpolitik sagte, in solchen Fälle gebe es seit Jahren Warnhinweise. “Trotzdem wird weiter in kritischer Größenordnung verschrieben.“

Bei den Ausgaben für Arzneimittel zeichnet der Report ein gemischtes Bild. Der Vizechef der Barmer GEK, Rolf-Ulrich Schlenker, wies darauf hin, dass die Ausgabenzuwächse durch die Spargesetze der Regierung gedrosselt worden seien.

Ein starkes Kostenplus gebe es aber bei gentechnisch hergestellten Mitteln (Biologicals) etwa gegen Rheuma, Multiple Sklerose oder Krebs. Im vergangenen Jahr sei es hier zu Steigerungsraten zwischen 8 und 17 Prozent gekommen. Auf rund 0,8 Prozent aller Versicherten entfielen damit 30 Prozent der Arzneimittelausgaben.

dpa

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