Positive Wirkung von Asthma-Spray

Asthmatiker zählen doch nicht zu Covid-19-Risikogruppe: Aber nur unter dieser Voraussetzung

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Forscher kommen zu immer neuen Erkenntnissen in Bezug auf das Coronavirus. Hier prüft eine Wissenschaftlerin mit einer Farbreaktion, ob sich Covid-19-Antikörper auf einer Elisa Platte an ein Antigen gebunden haben.

Eine Studie widerlegt die bisherige Annahme, dass Asthmatiker zur Coronavirus-Risikogruppe zählen. Ein gut eingestelltes Asthma soll sogar vor schweren Covid-19-Verläufen schützen.

  • Asthmatiker zählten bislang wie Raucher und ältere Menschen mit Vorerkrankungen zur Covid-19-Risikogruppe*.
  • Eine US-amerikanische Studie widerlegt die Vermutung, dass Menschen mit Asthma häufiger an schwerem Covid-19 erkranken.
  • Allerdings gilt das nur unter einer bestimmten Voraussetzung.

Die neuartige Lungenkrankheit Covid-19, die durch das Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelöst wird, gibt immer noch Rätsel auf. Zu Beginn der Pandemie aufgestellte Thesen werden teilweise durch neue Studienergebnisse widerlegt. Auch in Hinblick auf die Risikogruppen gibt es neue Erkenntnisse: So sollen Asthmatiker doch nicht zur Risikogruppe zählen. Wissenschaftler wollen sogar herausgefunden haben, dass ein Asthma-Medikament schützende Wirkung entfaltet.

"Wir gehen daher davon aus, das Asthma-Patienten kein erhöhtes Risiko haben an Covid-19 zu erkranken"

Generell gilt: Je weniger Viren in den Körper eindringen, desto milder verläuft eine Coronavirus-Infektion. Eine wesentliche Rolle spielt aber auch, wie gut sich die Viren im Körper vermehren können. Hier kommt das Angiotensin-konvertierende Enzym 2 (ACE2) ins Spiel. Angedockt an dieses Enzym gelangt die Erbsubstanz des Coronavirus in den Organismus und breitet sich aus. Je weniger ACE2-Rezeptoren, desto schwieriger können Coronaviren eindringen und Schaden anrichten. Ein nationales Forscherteam aus den USA kommt in einer im Fachblatt American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine veröffentlichten Studie zu dem Ergebnis, dass Asthmatiker über weniger ACE2-Rezeptoren verfügen - wenn sie ihr Asthma mit Kortison-Spray zum Einatmen behandeln. "Unsere Ergebnisse beweisen zwar nicht, dass inhalative Kortikosteroide vor einer Sars-CoV-2-Infektion schützen, aber möglicherweise vor schweren Verläufen der Erkrankung", zitiert der Tagesspiegel einen der Studienautoren, Michael Peters von der University of California in San Francisco.

Den Wissenschaftlern fiel des Weiteren auf, dass Männer, Menschen afrikanischer Abstammung, Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck* und Vorerkrankungen erhöhte ACE2-Werte aufwiesen. "Das könnte erklären, warum diese Merkmale mit schweren Covid-19-Erkrankungen assoziiert sind", so Peters. 

Auch epidemiologische Studien in China und in Europa deuten darauf hin, dass Asthmatiker wegen Covid-19 relativ selten im Krankenhaus behandelt werden müssen. "Wir gehen daher davon aus, das Asthma-Patienten kein erhöhtes Risiko haben an Covid-19 zu erkranken", zitiert die Tagesschau Marek Lommatzsch von der Universitätsmedizin Rostock. Die geringere Menge an ACE2-Rezeptoren in den Atemwegen könnte sogar die Virenlast begrenzen und schweren Verläufen vorbeugen.

Lesen Sie auch: Coronavirus: Diese drei Faktoren entscheiden, ob Covid-19 kritisch verläuft.

jg

Trend aus Japan: Wellness mit Waldbaden

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Trimm-Dich-Pfad im Grünen: Im Kur- und Heilwald auf Usedom turnen unter anderem Asthma-Patienten in der gesunden Küstenwaldluft an Geräten. Foto: Henry Böhm/Kaiserbäder Insel Usedom
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Christine Müller ist ärztliche Leiterin des Hotels "Das Kranzbach" bei Garmisch-Partenkirchen und so etwas wie die deutsche Pionierin der Waldwellness. Foto: Anneliese Kompatscher/Hotel Kranzbach GmbH © Anneliese Kompatscher

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