Vakzin

Seltene, neue Nebenwirkung nach Astrazeneca-Impfung entdeckt – Schwere Erkrankung möglich

Corona-Impfstoff von Astrazeneca
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Gerade bei den Vektorimpfstoffen von Astrazeneca und Johnson & Johnson kann es in sehr seltenen Fällen zu Hirnthrombosen kommen. Forscher haben dafür unterschiedliche Erklärungen gefunden.

Nach Corona-Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca sind Fälle einer seltenen, aber gefährlichen Erkrankung aufgetreten. Ein Fall endet sogar tödlich.

Kassel – Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Aufsehen. Neben den Lieferengpässen standen vor allem die Nebenwirkungen des Präparats im Fokus. In Deutschland ist der Corona-Impfstoff von Astrazenca nur für über 60-Jährige empfohlen. Denn unter anderem kann das Vakzin sehr seltene, aber tödliche Hirnvenenthrombosen verursachen. Nun soll eine weitere gefährliche Nebenwirkung hinzukommen.

Das Paul-Ehrlich-Institut informiert zusammen mit dem britisch-schwedischen Hersteller darüber mittels eines sogenannten Rote-Hand-Briefs. Rote-Hand-Briefe werden in Deutschland üblicherweise als Informationsschreiben verwendet, um über neue Arzneimittelrisiken zu informieren, fehlerhafte Chargen zurückzurufen oder sonstige wichtige Informationen zu teilen.

Corona-Impfung mit Astrazeneca: Zusammenhang mit schwerer Erkrankung entdeckt

Im Zusammenhang mit der Corona-Impfung von Astrazenca sollen nun seltene Fälle des Kapillarlecksyndroms stehen. „Sehr seltene Fälle des Kapillarlecksyndroms (Capillary-Leak-Syndrom, CLS) wurden nach einer Impfung mit Vaxzevria mit einer geschätzten Berichtsrate von einem Fall auf mehr als 5 Millionen Dosen berichtet“, heißt es im Rote-Hand-Brief.

Patienten, die eine positive Anamnese von CLS haben, dürfen das Präparat künftig nicht mehr erhalten. Laut Europäischer Arzneimittelagentur gibt es bislang sechs CLS-Fälle nach einer Astrazeneca-Impfung. Etwa die Hälfte der Personen hatte das Syndrom bereits früher schon einmal. Ein Fall endete tödlich, heißt es im Rote-Hand-Brief weiter.

Corona: Nebenwirkungen nach Astrazeneca-Impfung – Diese Symptome sind typisch bei CLS

CLS ist eine sehr seltene, aber schwerwiegende Erkrankung. Dabei tritt Blutplasma und Plasmaprotein aus den Kapillargefäßen in den Zwischenraum zwischen Organen, Geweben und Zellen. Die Symptome zeichnen sich durch Blutdruckabfall, Bluteindickung, Bildung von Ödemen sowie einem daraus folgenden Organversagen aus. (kas)

Im Video: Astrazeneca meldet – Impfstoff schützt auch gegen Delta-Variante

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