Gold für den Rücken

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Vom 27. Juli bis zum 12. August kämpfen Sportler aus über 200 Nationen bei den Olympischen Spielen in London um Gold, Silber und Bronze. Im Fokus stehen dabei viele Leichtathletik-Disziplinen. Ob beim Diskuswerfen oder Stabhochsprung: Garant für eine technisch saubere Ausführung bildet das Zusammenspiel von Muskeln und Wirbelsäule.

„Nur mithilfe eines stabilen Rückgrats lässt sich die Dauerbelastung während der Spiele aushalten“, weiß Dr. Reinhard Schneiderhan, Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga. „Denn Wirbelsäule und Muskulatur müssen hart arbeiten, bis die Sportler am Ende auf dem Treppchen stehen.“

Wirbelsäule beim Diskuswurf stabilisieren

Schon seit der Antike gehört Diskuswerfen bei den Olympischen Spielen zum Programm. Während der Rotation um die eigene Körperachse überholt der Diskus die Beine: Schulter- und Beckenachse verwringen sich. „Vor allem in dieser Phase benötigen Sportler trainierte Rückenmuskeln, die den Körper im Gleichgewicht halten“, erklärt Dr. Schneiderhan. Sobald das Wurfgerät die Hand verlässt, wirken enorme Kräfte auf den Bewegungsapparat ein, da Athleten nicht über die Wurfkreislinie treten dürfen und sofort zum Stillstand kommen müssen. Auch hier stabilisiert die Rückenmuskulatur den gesamten Körper und bringt ihn in eine gerade Position zurück.

Federnde Bandscheiben beim Stabhochsprung

Stabhochsprung gilt als technisch anspruchsvollste Disziplin der Leichtathletik, da der gesamte Bewegungsapparat hohe Belastungen aushalten muss. Beim sogenannten Aufrollen versucht der Athlet, seinen gesamten Körper kopfüber in eine l-Stellung zu positionieren. „Vor allem in der Lendenwirbelsäule kann es dabei zu Überlastungen kommen“, weiß Dr. Schneiderhan. „Um Erkrankungen wie beispielsweise Gleitwirbel zu vermeiden, gilt es daher, den unteren Rückenbereich sowie die Bauchmuskulatur zu stärken.“ Bei der Landung kommen dann die Bandscheiben ins Spiel: Sie federn den Aufprall ab und bringen den Körper wieder in den aufrechten Stand zurück.

Richtig trainieren

Egal ob Leistungssportler oder Amateur: Zumeist fördert Sport die Rückengesundheit. Wichtig bleibt jedoch, dass vor allem im Leichtathletikbereich neben einer sauberen Technik auch gezieltes Training für die Wirbelsäule dazugehört. „Gründliche Aufwärmübungen sowie regelmäßige Dehnübungen beugen Verletzungen vor“, ergänzt Dr. Schneiderhan. Da kräftige Muskulatur wie ein Korsett wirkt und die Wirbelsäule entlastet, steht ergänzendes Muskeltraining im Rumpfbereich auf dem Übungsprogramm. Zusätzlich sollten Sportler bei Wettkämpfen ihre Pausen präzise planen, damit sich der Bewegungsapparat erholt. „So steht man am Ende ohne Kreuzschmerzen auf dem obersten Treppchen“, schließt der Experte ab. (nh)

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