RKH nun Ausbildungsstätte für psychologische Psychotherapie

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Um psychotherapeutisch tätig sein zu können, müssen Psychologen nach ihrem Studium eine Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten absolvieren. Den klinischen Abschnitt „Psychosomatik“ können sie nun auch an der Klinik für Schmerztherapie des Roten Kreuz Krankenhauses Kassel durchlaufen.

Schmerzen haben eine wichtige Signal- und Warnfunktion. Allerdings können sich Schmerzen auch verselbständigen und zu einer eigenständigen Erkrankung werden. Das ist der Fall, wenn Schmerzen länger als drei Monate andauern; Experten sprechen dann von chronischem Schmerz.

Jeder Fünfte ist Schätzungen zufolge von chronischen Schmerzen betroffen. Das sind rund 16 Millionen Bundesbürger. Schmerzen haben oft körperliche Ursachen, häufig sind aber psychische Faktoren an der Aufrechterhaltung der Beschwerden beteiligt. Dazu gehören ungesunder Stress, Depressionen und biographische Belastungen. Schließlich bildet sich im Gehirn ein Schmerzgedächtnis aus.

„Im Bereich der chronischen Schmerzen gewinnt die Psychologie immer mehr an Bedeutung und die Psychologische Schmerzforschung hat in den letzten Jahren international einen regelrechten Aufschwung erfahren“, sagt Dr. Andreas Böger, Chefarzt der Klinik für Schmerztherapie an Roten Kreuz Krankenhaus Kassel. Die Klinik bietet im Rahmen ihrer sogenannten multimodalen Therapie deswegen nicht nur die ärztliche sondern auch die psychologische Schmerztherapie neben der Physiotherapie gleichberechtigt an und arbeitet somit inter-disziplinär. „Bis ein Psychologe nach seinem Studium als Psychotherapeut arbeiten darf, muss er eine drei- bis fünfjährige Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten durchlaufen“, erklärt Dr. Böger die hohen Anforderungen, die an Psychotherapeuten ge-stellt werden.

In Zusammenarbeit mit der Aus- und Weiterbildungseinrichtung für klinische Verhaltenstherapie e.V. (awkv) mit ihrem Sitz in Kassel kann nun der sechsmonatige Ausbildungsabschnitt, der in einer psychosomatischen Klinik absolviert werden muss, am Roten Kreuz Krankenhaus abgelegt werden. „Die Psychotherapeuten in Ausbildung haben in diesem halben Jahr die Möglichkeit einen tiefen Einblick in die Behandlung von Schmerzpatienten zu erlangen“, sagt Chefarzt Dr. Böger. In der Schmerzklinik können zusätzlich auch Ärzte verschiedener Fachrichtungen wie Anästhesie, Neurologie und Orthopädie eine fundierte schmerztherapeutische Ausbildung bekommen und die Zusatzqualifikation „Spezielle Schmerztherapie“ der Landesärztekammer Hessen erlangen. (nh)

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