Auslöser von Gluten-Allergie entdeckt

+
Immer mehr Menschen reagieren allergisch auf das Klebereiweiß Gluten.

In einem mehrjährigen Projekt haben australische Forscher die Ursache der weit verbreiteten Getreide-Unverträglichkeit entschlüsselt. Jetzt hoffen die Wissenschaftler auf neue Behandlungsoptionen.

Bei Zöliakie-Patienten verursachen hauptsächlich drei Fragmente in dem Klebereiweiß Gluten die Beschwerden.

Diese Entdeckung dürfte neue Behandlungsoptionen eröffnen und eine Immuntherapie ermöglichen. Zöliakie-Patienten, deren Anteil in der Bevölkerung stetig zunimmt, reagieren allergisch auf das Klebereiweiß Gluten, das etwa in Weizen, Roggen, Gerste oder Dinkel steckt.

Als einzige Therapie müssen die Patienten sich lebenslang glutenfrei ernähren. 60 Jahre nach der Entdeckung des Proteins haben australische Forscher nun die darin enthaltenen giftigen Stoffe entdeckt. Sie ließen über 200 Patienten drei Tage lang Glutenprodukte essen und analysierten detailliert die Reaktion des Immunsystems. Wie die Forscher in der Zeitschrift “Science Translational Medicine“ berichten, lösten 90 der insgesamt untersuchten 2.700 Eiweißbruchstücke Reaktionen des Immunsystems aus. Aber drei dieser Peptide erweisen sich als besonders giftig.

“Diese drei Stoffe verursachen den größten Teil der Immunreaktionen auf Gluten, die bei Zöliakie-Patienten auftreten“, sagt Bob Anderson aus Parkville. Aus dieser Erkenntnis könnte eine Immuntherapie resultieren, bei der die Patienten - ähnlich wie bei Heuschnupfen - allmählich mit steigenden Konzentrationen der Stoffe konfrontiert werden.

Quelle: “Science Translational Medicine“

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.