Was Asthma und Herzinfarkt mit Zähnen zu tun haben

Ob zum Sprechen oder Kauen: Unseren Zähnen kommt im Alltag eine große Bedeutung zu. So klein und unscheinbar sie auf den ersten Blick wirken, können sie dennoch Eindrucksvolles leisten – im positiven wie im negativen Sinne.

Zahnarzt Uwe Hildebrand erläutert fünf der erstaunlichsten Fakten.

Was Milchzähne mit Asthma zu tun haben

Britische Forscher des King’s College in London entdeckten, dass sich das Risiko einer chronischen Atemwegserkrankung anhand von Milchzähnen ermitteln lässt. Es gilt: Je niedriger die Selenkonzentration in den Schneidezähnen, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder bereits an ersten Anzeichen leiden. Zudem zeigte sich, dass Kinder mit einer Asthma-Erkrankung eine niedrige Eisen-Konzentration in den Milchzähnen aufweisen. Umgekehrt besteht bei Nachwuchs mit einer hohen Eisen- und Selenkonzentration im Körper eine geringere Gefahr, an Asthma zu erkranken. „Da sich Milchzähne bereits im Mutterleib bilden, sollten werdende Mütter daher auf eine ausgewogene und mineralstoffreiche Nahrung achten“, warnt Dr. Hildebrand.

Hart, härter, Zahnschmelz

Kein Material im Körper kann mit der Härte unserer Zähne mithalten. Nicht umsonst finden Archäologen oft noch Teile eines Gebisses, obwohl das Skelett bereits zu Staub zerfallen ist. Die Ursache dafür liegt im Zahnschmelz, der das empfindliche Zahninnere umgibt. Er ist notwendig, da vom Kiefer beispielsweise beim Beißen enorme Kräfte freigesetzt werden. „Nur aufgrund seiner Härte lässt sich verhindern, dass der Zahn schon bei alltäglichen Handlungen in seine Einzelteile zerbricht“, weiß der Experte. Doch es gilt zu beachten: Einmal zerstört, lässt sich die schützende Substanz nicht mehr regenerieren.

Herzinfarktrisiko mittels Zahnreinigung verringern

Chronische Entzündungen im Körper, die Herz- oder Gefäßerkrankungen begünstigen, können auch aus mangelnder Mundhygiene resultieren. Daher gilt es, die eigenen Zähne regelmäßig zu putzen und zusätzlich Zahnseide und Mundspüllösungen anzuwenden. Darüber hinaus fanden Forscher aus Taiwan heraus, dass Personen, die zusätzlich regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung in Anspruch nehmen, ein deutlich geringeres Herzinfarktrisiko aufweisen. Auch die Gefahr eines Schlaganfalls nimmt ab. Das Risiko sinkt dabei laut Studie proportional zur steigenden Anzahl der Zahnreinigungen pro Jahr.

Nach dem Essen Zähne putzen

Kaum ein Kind, das nicht immer wieder von seinen Eltern den alten Spruch hört: „Nach dem Essen Zähne putzen“. Doch hierbei handelt es sich um eine gefährliche Volksweisheit. Denn unmittelbar nach dem Essen weist der Zahnschmelz durch Zucker und Säuren eine weichere Konsistenz auf. Folgt dann der Griff zur Zahnbürste, besteht die Gefahr, ihn zu verletzen. So entstehen mehr und mehr Erosionen, die für den Laien zunächst weder sichtbar sind noch Schmerzen verursachen. Jedoch legen sie auf lange Sicht das Zahnbein frei, verursachen eine Hitze- und Kälteempfindlichkeit und begünstigen die Entstehung von Karies. „Ich rate daher, zunächst ein Glas Wasser zum Neutralisieren zu trinken und ungefähr eine Stunde zu warten, bis der Griff zur Bürste folgt“, rät der Experte.

Was haben Tinnitus und Zähne gemeinsam?

Tinnitus-Patienten nehmen permanent Ohrgeräusche wahr, die in der Lautstärke stark variieren. In der Folge verringert sich die Lebensqualität, unter anderem da Betroffene nicht zur Ruhe kommen. So hören viele Menschen die Geräusche kurz vor dem Einschlafen verstärkt. „Die Ursachen dafür gestalten sich vielfältig, ich empfehle, immer auch die Zahngesundheit mit in die Diagnose einzubeziehen“, erklärt Dr. Hildebrand. „Denn besonders bei zu großem Stress und starker innerer Anspannung kann die Kaumuskulatur entscheidende Auswirkungen auf den gesamten Körper haben.“ In diesem Fall stellt die Schienentherapie das Mittel der Wahl dar, welches zu einer Muskelentspannung und damit auch zu einer Abnahme der Symptome führt. (nh)

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