Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule

Die Symptome eines Bandscheibenvorfalls können Nacken- und Schulterschmerzen, die in den Arm ausstrahlen, Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Arm und Hand sein. Dabei ist die Art des Schmerzes sehr unterschiedlich: von unspezifisch über Nacken und Schulter ziehend bis hin zum stechenden Schmerz, der genau lokalisierbar ist.

Viele Möglichkeiten der Behandlung

„Bei Auftreten dieser Symptome, insbesondere bei Schwäche der Armmuskulatur und Taubheitsgefühl, sollte man einen Arzt aufsuchen. Denn das ist ein Zeichen dafür, dass die Bandscheibe gegen die umliegenden Nerven oder das Rückenmark drückt“, erklärt Ulrich Schmitz-Sieg, Leiter der Wirbelsäulenchirurgie in der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel.

Die Wahl der Therapie hängt selbstverständlich von der Ausprägung des Bandscheibenvorfalls ab. Wenn keine Lähmungen auftreten, sollte man zunächst versuchen, die Beschwerden konservativ zu lindern. Schmerzmittel und gezielte Krankengymnastik sind bei den meisten Patienten schon sehr hilfreich.

Wenn die Bandscheibe weiter die Nerven reizt, kann man beispielsweise mit Elektrotherapie und gezielten Injektionen behandeln. Wirbelsäulenspezialist Ulrich Schmitz-Sieg: „Wenn sich aber die Beschwerden konservativ nicht beseitigen lassen, die Nervenreizung bleibt und eine Schädigung des Rückenmarks droht, dann sollte eine Bandscheibenprothese eingesetzt werden.“

Bandscheibenprothese verhindert Versteifung

Künstliche Bandscheiben der neuesten Generation sind der Anatomie und Funktion einer natürlichen Bandscheibe täuschend ähnlich. „Nach einem Schnitt an der Halsvorderseite wird die beschädigte Bandscheibe entfernt, der Wirbelkanal und die abgehenden Nervenwurzellöcher entlastet und das Implantat an dieser Stelle eingesetzt. Nach der OP kann der Patient Kopf und Hals schon wieder gut bewegen und nach knapp einer Woche wieder nach Hause. Sinnvoll ist ein anschließendes Aufbautraining der krankheitsbedingt geschwächten Hals- und Schultermuskulatur. Mit einer Bandscheibenprothese können wir dem Patienten eine ansonsten notwendige Versteifung des betroffenen Wirbelsäulensegments und daraus resultierende Bewegungseinschränkungen ersparen“, so der Facharzt für Chirurgie.

Von Dr. Gisela Heimbach

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