Bedürfniskonflikt: Wie Sie Selbstachtung lernen

Manche Menschen möchten es allen recht machen - außer sich selbst. "Viele haben Angst, Freundschaften zu verlieren, wenn sie ihre Bedürfnisse stärker in den Vordergrund stellen", sagt Ulrich Giesekus, Psychologe aus Freudenstadt.

Grundsätzlich spreche auch nichts gegen den Wunsch, anderen sympathisch zu sein. "Allerdings sollte man ein gesundes Mittelmaß zwischen Fremdwahrnehmung und Selbstverwirklichung finden", sagt der Experte. Auf Dauer mache man sich sonst zum Opfer.

Mehr Selbstachtung müsse man einüben. "Beispielsweise sollte man sich regelmäßig fragen, welche Meinungen, Erwartungen und Wünsche man hat - und wie man sie im Alltag auf gute Art durchsetzen kann", empfiehlt Giesekus. Am besten notiere man sich abends, an welchen Stellen einem das heute gelungen ist. "Anschließend kann man sich auch noch mit den Situationen beschäftigen, in denen es noch nicht so gut geklappt hat."

Giesekus rät Betroffenen außerdem, sich regelmäßig selbst etwas Gutes zu tun. "Viele Leute bedienen erst die Bedürfnisse aller anderen, bevor sie sich Zeit für sich selbst nehmen", sagt der Experte. Daher sei ein wichtiger Schritt, einmal pro Woche einen festen Termin für sich selbst freizuhalten, an dem man beispielsweise Laufen geht oder in der Therme entspannt. "Dieser Termin sollte besonders hohe Priorität haben", sagt Ulrich Giesekus.

Meistens merkten Betroffene schnell, dass dieser bedürfnisorientierte Lebensstil gut funktioniert - und dass andere sich trotzdem nicht von ihnen abwenden. "Oft fällt dem Umfeld der Umgang mit einem Menschen sogar leichter, wenn dieser weiß und deutlich macht, was er will", sagt Giesekus. (dapd)

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