Nicht ohne Strahlenschutz

Beim Röntgen Nutzen und Risiken abwägen

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Wann wurde ein Patient wo geröntgt? Ein Röntgenpass hilft, den Überblick zu behalten. Foto: Franziska Gabbert

Beim Röntgen können Ärzte Krankheiten und Verletzungen erkennen. Das Verfahren ist für den Patienten aber nicht ohne Risiko. Vor einer solchen Untersuchung sollten sie den Arzt deshalb nach Alternativen fragen.

Hannover (dpa/tmn) - Einmal durchleuchten, bitte: Manchmal führt am Röntgen kein Weg vorbei. Bildgebende Diagnostik kommt zum Einsatz, wenn ein Arzt über Gespräche, Untersuchungen und Laborwerte nicht weiter kommt.

Zweifelsohne ist Röntgen hilfreich, aber nicht ohne Risiko. "Nutzen und Risiken einer Röntgenuntersuchung müssen in jedem Einzelfall sorgsam abgewogen werden", sagt Prof. Peter Landwehr. Er ist Chefarzt der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie im Krankenhaus Diakovere Henriettenstift in Hannover und Mitglied in der Deutschen Röntgengesellschaft. Wer eine zweite Meinung einholen will oder aus anderen Gründen zu einem anderen Arzt geht, bringt seine Röntgenbilder mit - am besten auf CD. So lassen sich mitunter wiederholte und damit unnötige Untersuchungen vermeiden.

Beim Röntgen wird der Körper mit Hilfe von ionisierender Strahlung "durchleuchtet". Gibt es nach einem Unfall etwa den Verdacht auf Hirnblutungen, wird die Computertomografie (CT) angewandt - eine spezielle Form der Röntgendiagnostik. "Auch die Früherkennung von schweren Krankheiten ist heutzutage ohne radiologische Bildgebung kaum noch denkbar", sagt Landwehr. Ein Beispiel: die Brustkrebsfrüherkennung mit der Mammografie.

Diesem Nutzen steht ein Risiko gegenüber: Beim Durchgang von Röntgenstrahlen kann es im Erbgut von betroffenen Zellen zu Schäden kommen - muss es aber nicht. Die Folge davon ist womöglich eine Krebserkrankung. "Je höher die Strahlendosis ist, desto höher ist auch das Risiko, dass in Folge - nach Jahren oder Jahrzehnten - Krebs entsteht", sagt Elke Nekolla vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).

Eine eher geringe Strahlendosis fällt laut dem BfS bei gewöhnlichen Röntgenaufnahmen an, beispielsweise von Zähnen oder dem Schädel. Höhere Werte sind etwa bei Aufnahmen des Verdauungstraktes und bei CT-Untersuchungen zu verzeichnen. Um einen Überblick zu behalten, hilft ein Röntgenpass: In dem Ausweis notiert der Arzt, welche Körperregion bei einem Patienten wann und wie geröntgt wurde.

Wenn eine Röntgenuntersuchung ansteht, sollten sich Patienten die Gründe hierfür erklären lassen. "Dazu gehört auch, dass Patienten auf bildgebende Verfahren mit geringerer oder keiner Strahlenbelastung hingewiesen werden", betont Nadezda Pampalova von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD).

Zum Beispiel auf Ultraschall (Sonographie): Damit können Leber, Nieren, das Herz und viele Blutgefäße untersucht werden. Problematisch werde es aber bei Übergewicht. Eine weitere Alternative ist die Magnetresonanztomographie (MRT) - auch Kernspintomographie genannt. Grundsätzlich lassen sich mit diesem Verfahren alle Organe untersuchen.

Die Röntgenuntersuchung hat nur ein begrenztes Diagnosespektrum - sie ist laut Landwehr "wertvoll für die rasche Erkennung größerer Veränderungen von Knochen und Gelenken sowie zur Diagnose einer Lungenentzündung". Viele Informationen kann das normale Röntgen jedoch gar nicht liefern, zum Beispiel beim Schlaganfall.

Patienten sollten bei einer Röntgenuntersuchung unbedingt darauf achten, dass an den Strahlenschutz der nicht untersuchten Körperteile gedacht und ein Bleischutz umgelegt wird, wie Pampalova erklärt. Eine Empfehlung, wie oft im Jahr jemand maximal geröntgt werden sollte, gibt es nicht. "Der Grundsatz lautet: So oft wie erforderlich, aber so wenig wie möglich", so Landwehr.

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