Bergtour statt Kreuzfahrt - Seilbahnbetriebe wollen Bergtouren für Senioren attraktiver machen

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Das Erlebnis Berg soll für reiselustige Senioren eine attraktive Alternative zur Kreuzfahrt werden. "Ein Großteil unserer Bevölkerung kommt bald ins Rentenalter, darauf muss sich auch die Seilbahnbrache einstellen, um konkurrenzfähig zu bleiben", sagte der Vorstand des Verbandes Deutscher Seilbahnen (VDS), Peter Huber.

Deshalb wolle man in den nächsten fünf bis zehn Jahren viele der 1600 Schlepplifte und 170 Seil- und Zahnradbahnen in Deutschland behinderten- und rollstuhlgerecht ausbauen.

Außerdem sollen die Berge sehr viel besser beschildert werden: "Die Touristen, die zu uns an den Berg kommen, sollen gleich am Parkplatz sehen können, wie sie zur Seilbahn, zum Restaurant oder zum Gipfelkreuz kommen", sagte Huber. Themenwanderwege sollen Großeltern mit ihren Enkeln anlocken. "Wir müssen auch freundlicher und serviceorientierter werden", sagte VDS-Vorstand Huber. Die Standards, die ältere Menschen erwarten, seien in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Aus einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums gehe hervor, dass die reisefreudige Generation der Senioren besonders großen Wert auf Kultur, Natur und Gesundheit lege.

Apps sollen verirrten Bergwanderern helfen

Aber nicht nur den Älteren, auch der jüngeren Generation soll es bei einer Tour in die Berge an nichts mangeln. "Auch wenn es vielen von uns noch etwas suspekt ist, im Zeitalter von Internet, Tablet-PCs, Smartphones und Apps müssen auch die Betriebe am Berg ihr Angebot erweitern", sagte Huber. So stünde in den nächsten zehn Jahren unter anderem der Ausbau des WLAN-Netzes auf den Bergen auf dem Programm.

Außerdem müssten aktuelle Bergkarten bei Google eingepflegt werden. "Damit dann auch jeder oben am Berg schnell auf seinem Handy nachschauen kann, wo er sich eigentlich gerade befindet. Das ist ja inzwischen gang und gäbe", sagte Huber. Zusätzliche Apps, das sind kleine Informationsprogramme für Handynutzer, könnten von den Betrieben am Berg angeboten werden. Diese könnten Ausflüglern dann Tipps zum Ausgehen, schöne Wanderrouten oder die Fahrpläne der örtlichen Seilbahnen anzeigen. Trotz der geplanten Maßnahmen soll der Berg ein Naturraum bleiben. "Uns ist wichtig, dass wir kein Schaustellergeschäft am Berg betreiben wollen, die Natur soll schon Natur bleiben", sagte Huber. (dapd)

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