Besserwisser: Am besten ignorieren

Manche Menschen haben die Weisheit für sich gepachtet. Sie sind davon überzeugt, grundsätzlich alles besser zu wissen als andere - und machen das auch deutlich. "Wer seine Überlegenheit so zur Schau stellt, kompensiert damit oft seine eigenen Minderwertigkeitsgefühle", sagt  Psychologe Ulrich Giesekus.

Anstatt sich auf den rechthaberischen Wissens-Wettstreit einzulassen, sei eine gute Strategie, besserwisserisches Verhalten einfach zu ignorieren. "Wenn ein Gesprächsbeitrag in einer Runde überhaupt nicht aufgegriffen wird, ist das ein klares Signal, dass er für unwichtig erachtet wird", sagt Giesekus.

Eine andere Möglichkeit sei, den Besserwisser humorvoll mit seinem Verhalten zu konfrontieren, indem man beispielsweise sagt: "Dir würde so etwas natürlich niemals passieren." "Allerdings sollte man hier aufpassen, dass es nicht verletzend wirkt oder man den anderen beschämt - das würde das Gespräch sofort blockieren", betont der Experte.

Greife der Besserwisser einen direkt an, sollte man ihn mit seinem Verhalten konfrontieren. Einen Kollegen, der einen vor versammeltem Team mit seinem Wissen übertrumpft, könnte man in einem ruhigen Moment darauf aufmerksam machen, wie man sich in dieser Situation gefühlt hat. "Man sollte ihm erklären, dass seine belehrende Art nervt und ihn darum bitten, seine Kommentare künftig auf eine andere Weise zu äußern", sagt Giesekus. Wichtig sei, den Beziehungsaspekt dieser Auseinandersetzung anzusprechen. "Denn Besserwisser merken oft gar nicht, dass sie zwar vielleicht in der Sache gewinnen, aber dass die Beziehungen zu anderen darunter leiden", sagt der Experte. (dapd)

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