Biontech und Astrazeneca

Bereits eine Corona-Impfdosis soll das Ansteckungsrisiko um über 60 Prozent senken, so Forscher

Ein Aufkleber mit der Aufschrift „Cov19VacAstraZ“ klebt nach einer Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca in einem Impfausweis.
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Ein Aufkleber mit der Aufschrift „Cov19VacAstraZ“ klebt nach einer Impfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca in einem Impfausweis. Bereits die erste Dosis soll gut vor einer Ansteckung mit Coronaviren schützen, so Forscher.

Wer sich gegen Corona impfen lässt, ist wohl bereits nach der ersten Spritze gut vor einer Ansteckung mit dem Virus geschützt, schlussfolgern Forscher.

Forscher der britischen Oxford-University gingen im Rahmen einer Studie der Frage nach, wie wirksam die Corona-Impfung bereits nach der ersten Dosis vor der Krankheit schützt. Die Forscher analysierten 1.610.562 Testergebnisse von Nasen- und Rachenabstrichen, die von 373.402 Studienteilnehmern zwischen dem 1. Dezember 2020 und dem 3. April 2021 entnommen wurden. 21 Tage nach einer Einzeldosis von entweder Astrazeneca- oder Biontech-Impfstoffen (ohne zweite Dosis) waren die Raten aller neuen Covid-19-Infektionen um 65 Prozent, symptomatische Infektionen um 72 Prozent und Infektionen ohne berichtete Symptome um 57 Prozent gesunken.

Wie es weiter in einer Pressemitteilung der University of Oxford heißt, war der Rückgang der Infektionen nach einer zweiten Dosis sogar noch drastischer (70 Prozent bzw. 90 Prozent) und ähnelte den Effekten bei Personen, die sich zuvor auf natürlichem Wege mit Covid-19 infiziert hatten – unabhängig vom Alter.

Zeitlichen Abstand zwischen den Corona-Impfungen auf zwölf Wochen verlängern?

Der Schutz vor Neuinfektionen durch eine einzige Dosis unterstützt die Entscheidung, den Zeitraum zwischen der ersten und zweiten Dosis auf zwölf Wochen zu verlängern, um den Impfschutz zu maximieren und Krankenhausaufenthalte und Todesfälle zu reduzieren“, so Dr. Koen Pouwels, leitender Forscher am Nuffield Department of Population Health der Universität Oxford.

Die Tatsache, dass die Zahl der asymptomatischen Infektionen geringer war als die Zahl der Infektionen mit Symptomen, unterstreicht der Pressemitteilung zufolge die Möglichkeit, dass geimpfte Personen sich erneut mit Covid-19 anstecken können und dass eine begrenzte Übertragung von geimpften Personen stattfindet, auch wenn diese geringer ist. Dies zeige die Notwendigkeit auf, dass jeder weiterhin die Richtlinien befolgt, um das Übertragungsrisiko zu reduzieren, zum Beispiel durch Abstandsregeln und Masken.

„Zweite Impfstoffdosis erhalten, um den Schutz zu erhöhen“

Die Oxford-Forscher verglichen in ihrer Auswertung unter anderem, wie sich die Antikörperspiegel nach einer Einzeldosis des Impfstoffs von Astrazeneca oder Biontech bzw. nach zwei Dosen des Biontech-Impfstoffs (die in der Regel im Abstand von 21-42 Tagen verabreicht werden) veränderten. Unter den zum ersten Mal geimpften Personen waren die Antikörperreaktionen auf eine Einzeldosis eines der beiden Impfstoffe bei älteren Personen geringer, insbesondere bei über 60-Jährigen. Die Antikörperreaktionen auf zwei Dosen des Biontech-Impfstoffs waren in allen Altersgruppen hoch und erreichten insbesondere bei älteren Personen ähnliche Werte wie bei Personen, die nach einer vorherigen Infektion eine Einzeldosis erhielten.

David Eyre, Associate Professor am Big Data Institute der Universität Oxford, sagt: „Bei älteren Personen sind zwei Impfstoffdosen genauso wirksam wie eine vorherige natürliche Infektion in Hinblick auf die Bildung von Antikörpern gegen das Sars-CoV-2-Virus, das Covid-19 verursacht – bei jüngeren Personen wird mit einer einzigen Dosis das gleiche Maß an Reaktion erreicht. Unsere Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, dass Personen die zweite Impfstoffdosis erhalten, um den Schutz zu erhöhen.“

Weiterlesen: Impfung trotz überstandener Corona-Infektion? Vor allem eine Altersgruppe würde profitieren.

Der lebensrettende Pieks: Diese Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin gibt Empfehlungen ab, welche Menschen sich impfen lassen sollten. Gehören Sie auch zur Risikogruppe? (Stand: Juli 2013) © dpa
Das Immunsystem älterer Menschen reagiert zwar weniger stark auf die Impfung, dennoch empfehlen die Experten das Serum. Im Falle einer Erkrankung fallen die Symptome schwächer aus. Da für Menschen über 60 Jahre ein erhöhtes Risiko für schwere oder gar tödliche Komplikationen besteht, ist die Impfung dringend angebracht. © dpa
Wie bei älteren Menschen besteht auch bei Schwangeren ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Daher raten die Gesundheitsexperten auch werdenden Müttern ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zur Impfung. Schwangere, die bereits an einer Grunderkrankung leiden, können sich nach Absprache mit dem Arzt auch schon früher pieksen lassen. © dpa
Erwachsene und Kinder, die an einer chronischen Erkrankung wie beispielsweise Asthma leiden, gehören ebenfalls zu den Risikogruppen. © fkn, Mundipharma
Auch Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck wird die Grippe-Impfung nahe gelegt. © dpa
Kinder dürfen frühestens ab einem Alter von sechs Monaten gegen die Grippe geimpft werden. © dpa
Wer an chronischen Stoffwechsel-Erkrankungen wie Zucker (Diabetes Mellitus), an chronischen Nierenerkrankungen, Blutarmut (Anämie), an angeborenen oder erworbenen Immunstörungen wie Abwehrschwäche nach Organtransplantationen, bei Chemotherapien oder HIV-Infektionen leidet, sollte sich die Grippe-Impfung nicht entgehen lassen. © dpa
Ebenso Menschen mit chronisch neurologischen Krankheiten wie beispielsweise Multipler Sklerose gehören zu den Risikogruppen. © dpa
Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Arztpraxen oder Angestellte in Einrichtungen mit erhöhtem Publikumsverkehr laufen Gefahr, durch ihre Arbeit sich selbst oder andere anzustecken - die Grippe-Impfung ist daher eigentlich Pflicht. © dpa
Die Bewohner von Pflege- und Altenheimen sind ebenfalls besonders gefährdet. © dpa
Urlauber ab 60 Jahren oder chronisch Kranke, die verreisen wollen, sollten sich spätestens zwei Wochen vor der Abreise pieksen lassen. © dpa
Menschen, die häufig mit Geflügel, auch mit Wildvögeln in Berührung kommen, zählen auch als Risikogruppe. © dpa
NICHT impfen lassen dürfen sich Menschen, die allergisch reagieren auf Hühnereiweiß. Der Impfstoff wird in Hühnereiern gezüchtet. Wer aktuell unter Fieber leidet, sollte mit der Imfpung warten, bis die Erkrankung abgeklungen ist.
Die meisten Krankenkassen in Deutschland übernehmen freiwillig die Kosten für die saisonale Grippeimpfung. Über-60-Jährige und chronisch Kranke müssen in der Regel nichts bezahlen. © dpa

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