Blockaden lösen: Osteopathie bietet eine Alternative zu anderen Therapien

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Hilfe für das Baby: Dr. Achim Wunsch aus Gudensberg behandelt den sieben Monate alten Henry in seiner Praxis osteopathisch.

Schwalm-Eder. Osteopathie gilt bei vielen noch als Geheimtipp. Bereits vor 130 Jahren entwickelte der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still das ganzheitliche Konzept der Osteopathie, das die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen soll.

Nicht nur die Problemzone, sondern der ganze Körper des Patienten wird behandelt. Denn nicht zwingend treten Schmerzen dort auf, wo sie verursacht wurden.

Dabei spürt und behandelt der Osteopath ausschließlich mit den Händen Blockaden und Funktionsstörungen im Körper, die unter anderem durch Stress, Überbelastung, Unfall oder Geburtskomplikationen entstanden sein können. Er legt die Hände an Kopf, Rumpf, Bauch, Arme und Beine des Patienten und beeinflusst gezielt die gestörte Lage der Knochen und die Spannung der Muskeln.

Aufgrund der sehr sanften Techniken könne die osteopathische Behandlung auch bei Kindern ab dem ersten Lebenstag angewendet werden, erklärte Dr. Achim Wunsch, Allgemeinmediziner aus Gudensberg. Die Osteopathie eigne sich beispielsweise für die Behandlung von Funktionsstörungen, die in Folge der Geburt mit Verschiebungen von Knochen und Gelenken im Kopf-Rücken-Bereich zusammenhingen, wie der kindliche Schiefhals und das KISS-Syndrom.

Aber auch die Koliken der ersten Lebensmonate könnten dadurch verursacht werden. Unbehandelt könnten die Funktionsstörungen später für Kopfschmerzen, Entwicklungs- und Haltungsstörungen verantwortlich sein.

Typische Symptome bei Neugeborenen und Babys seien die Bevorzugung einer Seite beim Liegen und beim Wenden des Kopfes, Asymmetrie der Kopfform und des Gesichtes sowie übermäßiges Schreien. Besonders bei Kindern ließen sich solche Spannungsstörungen durch Osteopathie lösen, denn das Gewebe sei noch gut beeinflussbar, die Schädelknochen noch weich, erklärte der Arzt. „Je früher die Kinder kommen, desto besser können sie behandelt werden“, sagte er. Oft reichten ein bis drei Behandlungen, um die volle Beweglichkeit und Symmetrie wieder herzustellen.

Die Babys lassen sich die Behandlung in der Regel gerne gefallen, viele entspannen sich unter den leichten, oft über die Berührung nicht hinausgehenden Handgriffen des Osteopathen. Überraschend sind die manchmal schnellen Erfolge: Plötzlich ist der Arm wieder voll beweglich, kann der Kopf in beide Richtungen gedreht werden, berichtete der Arzt aus dem Praxisalltag.

Dennoch: Der Osteopath sei kein Wunderheiler, aber die Osteopathie könne durchaus beispielsweise Sprach- und Ergotherapien unterstützen und auch noch sinnvoll mit Krankengymnastik kombiniert werden.

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