Schattenseiten des Frühlings

Blütenstaub und Raupenhaare: Was in der Luft herumschwirrt

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Die Nase läuft und läuft: Die Blütenpracht im Frühling ist für manchen Heuschnupfen-Geplagten eine Tortur. Foto: Friso Gentsch/dpa/dpa-tmn

Der Frühling ist auf dem Höhepunkt: Es blüht überall, die Luft duftet herrlich. Wären da nur nicht die Nebenwirkungen der Naturpracht. Nicht nur Allergiker sind betroffen - auch viele Autofahrer nervt es.

Mönchengladbach (dpa/tmn) - Es liegt etwas in der Luft: Massenhaft Pollen fliegen jetzt herum. Auch die giftigen Raupen einer bestimmten Falterart sind schon aktiv. Was Betroffene, die mit diesen Naturphänomenen zu kämpfen haben, tun können. Ein Überblick:

- POLLEN: Momentan sind vor allem Gräserpollen unterwegs. Außerdem schwirren häufiger weiße Kugeln durch die Luft, die optisch an Watte erinnern. Theoretisch können diese aus einer Mischung verschiedener Pollen und Samenkapseln bestehen, erklärt Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund. Was genau drin ist, sei aber schwer zu sagen. Wie hoch die Pollenbelastung in bestimmten Regionen ist, können Heuschnupfen-Geplagte auf der Webseite des Deutschen Wetterdienstes (DWD) nachschauen.

Um Pollen so gut es geht vom Körper fernzuhalten, hilft es, sich am Abend gut die Haare auszubürsten oder sie zu waschen. Die Kleidung vom Tag sollte über Nacht nicht im Schlafzimmer liegen, rät Lämmel. Auch eine Nasendusche kann sich anbieten - falls Pollen in den Nebenhöhlen sind, werden sie ausgespült.

Pollenschutzgitter an den Fenstern sind eine weitere Möglichkeit zur Vorbeugung. Grundsätzlich gilt: Allergiker sollten die Beschwerden nicht aushalten, sondern sich medikamentös behandeln lassen, betont Lämmel. Unbehandelt können Pollenallergien irgendwann durch den sogenannten Etagenwechsel Asthma auslösen.

- RAUPEN: Ob entlang des Elberadwegs in Sachsen-Anhalt oder in einer Großstadt wie Frankfurt/Main: An vielen Orten in Deutschland haben die Behörden zuletzt den Eichenprozessionsspinner bekämpft. Wie der Name bereits sagt, befällt er vor allem Eichen. Nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabunds schlüpfen die Raupen des Falters im April und Mai. Die Härchen der Raupen können Juckreiz und allergische Reaktionen bis hin zu Atemnot auslösen.

Menschen sollten weder die Raupen noch deren Gespinstnester berühren. Falls es einen Kontakt gab, sollte man sofort die Kleidung wechseln und bei mehr als 60 Grad waschen. Danach heißt es: Duschen, Haare waschen und die Augen ausspülen. Wind kann die winzigen Härchen bei trockenen Wetter außerdem über weitere Distanzen verteilen. Wer im Garten oder in einem Park einen Befall feststellt, sollte die Kommunalverwaltung informieren. Schädlinge und Nester sollten dann stets von Fachleuten entfernt werden.

- STAUB: Er nervt momentan viele Autofahrer. Blütenstaub, der die Fahrzeuge bedeckt, sei zwar kein Problem für den Lack, erklärt Markus Herrmann vom Bundesverband Fahrzeugaufbereitung. Wenn es regnet, kann er jedoch zu einer klebrigen Masse werden - und ist dann schwerer zu entfernen. Prinzipiell genügt eine Fahrt in die Waschanlage zum Säubern. Vorbeugend können Autofahrer den Lack wachsen und polieren. Der Staub haftet dann schlechter und ist leichter abzuwaschen.

Momentan sammelt sich vor allem gelber Staub auf vielen Motorhauben und Frontscheiben von Autos. Das sind Pollen bestimmter Nadelbäume, zum Beispiel der Kiefer. Deren Bäume blühen in der Regel im Mai und Juni, Arten in höheren Lagen auch noch im Juli, erläutert Christina Endler vom DWD. Immerhin gibt es bei ihnen eine gute Nachricht für Allergiker: Kieferngewächse haben eine nur geringe Allergenpotenz.

Pollenflug-Gefahrenindex des DWD

DAAB zu Eichenprozessionsspinner

Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst zu Nadelbaum-Pollen

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