910 Spender und viele schöne Geschichten

HNA-Blutspendeaktion: Viele Menschen kamen schon am ersten Tag

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Sie freut sich über viele Spender: Kim Speck hatte schon ihren Freiwilligendienst beim Kasseler DRK-Blutspendedienst absolviert. Jetzt macht sie eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten. Zum dritten Mal hilft sie bei der HNA-Blutspendeaktion mit, die noch bis Freitag dauert.

Am Dienstag fiel der Startschuss für die viertägige HNA-Blutspendeaktion: 910 Spender waren am ersten Tag gekommen.

Ziel der Aktion: Die Depots mit den dringend benötigten Blutkonserven wieder aufzufüllen.

Bevor das geschäftige Treiben im Kasseler Regierungspräsidium (RP) begann, wurde es noch einmal still. Dort, wo wenig später die ersten Blutspender auf den Liegen Platz nehmen sollten, hielten am Dienstagmorgen die Mitarbeiter des DRK-Blutspendedienstes, Ärzte und Helfer inne. Dr. Walid Sireis hatte zu einer Schweigeminute aufgerufen, um dem ermordeten Regierungspräsidenten Walter Lübcke zu gedenken.

Mit Trauerflor: Institutsdirektor Dr. Walid Sireis erinnerte an den ermordeten Behördenchef Dr. Walter Lübcke.

Die Erinnerungen an den „netten Kumpel“ seien noch immer schmerzhaft, sagte der Institutsdirektor des Blutspendedienstes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Kassel. „Ich bin dankbar, dass wir trotz aller Ereignisse, die das Haus erschüttert haben, hier sein können.“

Die Fassungslosigkeit sei noch nicht ganz weg; noch falle es den Kolleginnen und Kollegen schwer, zur Tagesordnung überzugehen, berichtet RP-Abteilungsleiter Winfried Hausmann. Die Blutspendeaktion, für die das Regierungspräsidium seit nunmehr 18 Jahren die Räumlichkeiten stellt, und die in Deutschland ihresgleichen sucht, soll auch künftig an Ort und Stelle stattfinden können. „Das hätte sich Walter Lübcke gewünscht“, sagte Hausmann.

Trauerflor an den Namensschildern der vielen Helferinnen und Helfer erinnerten an den einstigen Behördenleiter. Dem hätte es sicher auch gut gefallen, dass sich wieder Tausende Freiwillige aus der Region finden, um Gutes zu tun. Um mit ihrer Spende die zur Sommerzeit stets knappen Bestände an Blutkonserven aufzustocken und so die Versorgung von rund 70 Kliniken uns ambulanten Einrichtungen in Nordhessen zu sichern.

Sie war die Erste: Karin Malak aus Hofgeismar arbeitet beim RP und spendete zum 18. Mal. Danach galt: Arm hoch!

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Stolz auf Papa: Mario Seipp aus Naumburg hat Tochter Milena mitgebracht. Die Zehnjährige hat genau aufgepasst.

Für Karin Malak aus Hofgeismar ist das Ehrensache. Sie war die Erste, deren Blut am Dienstagmorgen floss. Es war ihre 18. Spende. „Es tut mir gut – und ich kann Gutes tun“, fasst die RP-Mitarbeiterin ihre Motivation zusammen. Sie hat die Aktion quasi vor der Bürotür.

Ein bisschen länger fahren musste Mario Seipp aus Naumburg. Er hatte Tochter Milena als Verstärkung mitgebracht. „Das hat Papa gut gemacht“, lobt die Zehnjährige. Sie hat nicht nur zugeguckt, sondern auch was gelernt: „Dass man das Blut schaukeln muss, damit es nicht klumpig wird.“ 

Mehr geht nicht: 125 mal hat Konrad Ohlwein aus Schauenburg, hier mit Ehefrau Brundhilde, Blut gespendet. Er würde das weiter tun. Doch mit 73 Jahren ist Schluss.

Und dass man mit einer Blutspende anderen Menschen helfen kann. So wie der eigenen Oma. Die habe auch schon mal Konserven benötigt. Ob sie denn später selber Blut spenden wolle? Da ist sich die Schülerin noch nicht so sicher. Vor einigen Jahren sei ihr mal Blut abgenommen worden, „da mussten sie mich zu fünft festhalten“.

Mit dem Piks kam die Liebe: Marika Groß, Mitarbeiterin beim DRK-Blutspendedienst, nahm vor fünf Jahren einem Spender Blut ab, den sie bald heiraten wird.

Festhalten mussten sie Konrad Ohlwein nie. Aber festgehalten hätte der Rentner gerne noch etwas länger an der freiwilligen Blutspende. 125. Mal hat er seinen Arm hingehalten, zum letzten Mal im August vor drei Jahren. Dann kam die Altersgrenze: Blutspender dürfen nur bis zum 73. Geburtstag spenden, was der inzwischen 75-Jährige bedauert. Gleichwohl schaut er aus alter Verbundenheit auch diesmal bei der HNA-Blutspendeaktion vorbei. Pralinen für den Rekordspender gab’s obendrein und sicher auch das ein oder andere Pläuschchen.

Was aus Begegnungen bei der Spendenaktion werden kann, davon weiß Marika Groß zu berichten. Sie hat der Aktion nichts weniger als ihren künftigen Mann zu verdanken. Vor fünf Jahren hatte sie ihm Blut entnommen. Ein Piks, der den beiden in bester Erinnerung geblieben ist. Aus der wilden Ehe soll bald eine echte werden. Blut kann also nicht nur Leben retten, sondern manchmal auch helfen, den Bund fürs Leben zu schließen.

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HNA-Blutspendeaktion 2019 im Regierungspräsidium Kassel

lFoto: Andreas Fischer
HNA-Blutspendeaktion in Kasseler Regierungspräsidium © Andreas Fischer
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