Borderline-Störung wirkt sich auf Beziehung aus

+
Bei Borderline-Patienten steht oft die Beziehung auf dem Spiel. Foto: Sebastian Widmann

Berlin (dpa/tmn) - Wer an einer Borderline-Störung leidet, hat es oft schwer, ein ausgewogenes Maß an Nähe zuzulassen. Zudem kann eine innere Zerrissenheit die Beziehung zum Partner sehr belasten.

Bei Menschen mit einer Borderline-Störung scheitern Beziehungen häufig daran, dass ihr Partner nicht mit den krankheitstypischen Gefühls- und Stimmungsschwankungen zurechtkommt. Darauf weist Prof. Martin Bohus von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) hin. Die Betroffenen leiden meist unter übermäßig großen Schuld- oder Scham-Gefühlen, fühlen sich minderwertig, haben Angst davor, verlassen zu werden und wünschen sich Nähe und Geborgenheit. Zugleich fürchten sie sich häufig vor zu viel Zuwendung.

Solche inneren Spannungszustände versuchen viele Erkrankte abzubauen, indem sie sich selbst verletzen, etwa wenn sie sich Schnittwunden zufügen oder sich verbrühen. Das passiert Bohus zufolge meist in einem Moment, in dem ihr Schmerzempfinden herabgesetzt ist. Damit lindern sie zwar ihre Anspannung, das Verhalten kann aber zur Sucht werden.

Je eher eine Borderline-Störung behandelt wird, desto besser die Aussichten, sie zu heilen oder zumindest die Symptome abzumildern. In erster Linie bietet sich dafür psychotherapeutische Verfahren an, die speziell auf die Störung ausgerichtet sind. Nach Angaben der DGPPN sind rund drei Prozent der Bevölkerung von der Erkrankung betroffen. Häufig gehen damit unter anderem auch Essstörungen oder soziale Phobien einher.

Weitere Informationen zu Borderline-Störungen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.