Bremse für den Blutfluss

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Erläutert den Eingriff: Ralf Siekmann wendete ein neues Verfahren an.

Neues aus der Medizin: Spezielle Gefäßstütze bei Hirn-Aneurysma erstmals in der Neuroradiologie am Klinikum Kassel eingesetzt

Zur Behandlung einer Gefäßaussackung im Gehirn (Hirn-Aneurysma) wurde in der Neuroradiologie am Klinikum Kassel erstmals ein neues Verfahren angewandt. Dabei setzte man eine spezielle Gefäßstütze (Flow-Diverter) ein, die den Blutfluss am Aneurysma vorbeilenkt, aber andere abführende Blutgefäße weiter versorgt. Weltweit sei dieses Verfahren erst seit rund zwei Jahren verfügbar.

Vasiliy Gurinovitsch aus Korbach litt seit Längerem unter einem Druckgefühl und Kopfschmerzen hinter dem rechten Auge. Die Ärzte diagnostizierten ein 2,5 Zentimeter langes Aneurysma. In zwei Sitzungen wurden dem Patienten zahlreiche Platinspiralen (Coils) eingesetzt. Doch diese reichten nicht aus, um das Aneurysma komplett unschädlich zu machen, erläutert Dr. Ralf Siekmann, Direktor der Neuroradiologie. Es bestand also weiterhin die Gefahr, dass das Gefäß platzt und es zu einer Hirnblutung kommt oder der Druck auf den Sehnerv zur Erblindung führen würde. „Da wegen der Lage des Aneurysmas eine Operation nicht infrage kam, haben wir uns bei dem 51-jährigen Patienten für die neue Technik entschieden“, sagt Siekmann.

Aus Drähten gewebt

Der Flow-Diverter besteht aus dicht gewebten Drähten ähnlich einer Gefäßstütze, allerdings sind die Drähte wesentlich dünner und dichter gepackt. Er erhöht den Blutfluss im Trägergefäß und verringert den Fluss in und aus dem Aneurysma. Gleichzeitig werden aber wichtige, für die Blutversorgung des Gehirns notwendige Gefäße offen gehalten. Über einen arteriellen Zugang in der Leiste wird der Flow-Diverter mithilfe eines dünnen Drahtes (Katheter) über das Aneurysma im Gefäß platziert.

Bei Vasiliy Gurinovitsch konnte das Aneurysma durch diesen Eingriff vollständig ausgeschaltet werden, erläutert Siekmann das Ergebnis des neuroradiologischen Eingriffs, der sehr viel Erfahrung erfordere. Denn der Diverter muss exakt platziert werden, ohne Hirngefäße zu verletzten. Die Kopfschmerzen des Patienten seien verschwunden, und eine Gefahr der Blutung oder einer Beeinträchtigung des Sehvermögens auf dem Auge sei nicht mehr vorhanden.

In den kommenden Wochen sollen fünf weitere Patienten einen Flow-Diverter zur Behandlung eines HirnAneurysmas erhalten. (hei)

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