Sie bringt Männer zum Kochen

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Seit 20 Jahren sind die Senioren im Vhs-Kurs als Hobbyköche mit großem Eifer dabei: von links Walter Lohr, Eberhard Hahn, Manfred Nahler, Heinz Faupel, Adolf Conrad, Kursleiterin Roswitha Spohr, Reinhold Albers, Georg Mardorf, Klaus Jäger, Heinz-Peter Sparr, Klaus Pilar und Günter Kolms.

Viele Köche verderben den Brei, so heißt es jedenfalls: Aber nicht bei den Borkener Hobbykoch-Senioren. Seit 20 Jahren kochen, braten und backen sie in den Monaten November bis Dezember in der Schulküche der Gustav-Heinemann-Schule.

Kein Mann, sondern die Hauswirtschaftsmeisterin Roswitha Spohr aus Niedergrenzebach schwingt das Küchenzepter über die derzeit 14 am Herd stehenden Senioren.

Die Idee zu diesem kulinarischen Projekt entsprang vor zwei Jahrzehnten auf einem Betriebsfest der Preußen-Elektra. Es waren die Ehefrauen, die damals mehr scherzhaft anregten, dass sie eigentlich von ihren Männern nach deren Pensionierung am Küchenherd abgelöst werden wollten. Diese Anregung nahm die Gruppe von 16 angehenden Pensionären auf.

In einem Kurs der Vhs machten sie die ersten Schritte in Sachen Kochkunst. Ros-witha Spohr stand als Kursleiterin diesem Projekt damals etwas skeptisch gegenüber. „Mit Männern zu kochen, war damals Neuland für mich“, erinnert sie sich. Aber es gefiel ihr, mit einer lernbereiten Gruppe von Hobbyköchen zu arbeiten. Und so sagte sie zu, den Senioren im folgenden Jahr das Kochen noch besser beizubringen. Mittlerweile macht sie das seit 20 Jahren.

Aktuell stehen noch zwölf Mitglieder am Herd: Der Jüngste von ihnen ist 61 Jahre und der Älteste, Eberhard Hahn, 84 Jahre alt. Er fühlt sich aber rüstig genug, den Kochlöffel zu schwingen.

Es steht zwar vor allem die regionale Küche auf dem Programm, aber es geht auch mal mediterran zu in Borken.

Zum Schluss gibt’s Kuchen

Roswitha Spohr übernimmt den Einkauf der Zutaten der mehrgängigen Menüs. Sie verteilt die Rezepte für die einzelnen Menügänge auf die vier Kochgruppen. Danach gilt es für die Vorspeisen und den Hauptgang und das Dessert zu kochen, zu braten und für den Kuchen den Teig zu rühren. Ob alles gelungen ist, wird nach zwei Stunden gemeinsam am gedeckten Tisch bei Kerzenschein getestet und besprochen.

Dazu wird Rot- oder Weißwein getrunken, der jeweils von einem der Köche gespendet wird. Den Schlusspunkt des opulenten Mahles setzt der ofenwarme Kuchen. Und natürlich gehört das Spülen zum Kochen dazu.

„Das Niveau hat sich Laufe der Jahre deutlich verbessert“, resümiert Walter Lohr, der seit 20 Jahren dabei ist. (Günter Kolms)

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