Die Thermografie ist ein sanftes und sicheres Diagnoseverfahren für Frauen in jedem Alter

Brustkrebs frühzeitig erkennen

Das Verhalten der Hauttemperatur gibt Hinweise auf den Funktionszustand dieser Organe: Erste Störungen sind anhand des Wärmeverhaltens früh zu erkennen. Fotos: privat

Sinn der Diagnose ist es, zu helfen, ein besseres Leben zu führen“, sagt Dr. Christian Büttner. Insbesondere bei schweren Erkrankungen wie Krebs zeigt sich, dass die rechtzeitige Diagnose einer nachhaltigen Therapie und einer verbesserten Lebensqualität dient. „Vorsorge ist dafür sehr wichtig“, erklärt der Kasseler Mediziner. Ein neues Diagnoseverfahren ist die Thermografie. Sie wird in der Prävention, Therapiekontrolle und Nachsorge bei Krebs, Arthrose, Arthritis Durchblutungsstörungen oder Diabetes eingesetzt.

Sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Angeboten

Dr. Christian Büttner nutzt die Thermografie vor allem in der Brustkrebsdiagnostik. „Sie ist eine sinnvolle Ergänzung für das bestehende Angebot aus Mammographie und Ultraschall“, sagt Dr. Büttner.

Ein wesentlicher Vorteil der Thermografie: Veränderungen in der Brust können früher erkannt werden als beispielsweise bei der Mammographie.

„Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass bei der Mehrzahl der Brustkrebsfälle Änderungen im Wärmemuster der Brust auftreten, die mit der Thermografie erkannt werden“, erläutert Dr. Büttner. „Das Erfassen auffälliger Wärmeabweichungen vom Normalbefund und deren frühzeitige Beachtung und Behandlung stellt eine echte Vorsorge dar und dient gleichzeitig der Früherkennung von Brustkrebs.“

Jede Frau kann diese Untersuchung, die lediglich zwanzig bis dreißig Minuten dauert, in Anspruch nehmen. „Junge wie ältere Frauen, Schwangere und Stillende, während einer Krebsbehandlung und mit Brustimplantaten“, erklärt Dr. Büttner.

Die Behandlung ist frei von Nebenwirkungen. „Gerade für Frauen unter Fünfzig, die keine Mammographie wünschen, ist es eine sanfte Methode, die Brustgesundheit zu überwachen. Es findet keine Berührung mit dem Körper statt, sie ist strahlen- und schmerzfrei“, erklärt Dr. Büttner.

„Gewebeveränderungen, die auf Brustkrebs hinweisen können, werden durch eine Übererwärmung der Hautareale deutlich.“

Dr. Christian Büttner

Mit einer Wärmebildkamera wird das Temperaturmuster der Haut bei entkleidetem Körper erfasst. Aufnahmen in fünf Positionen sind dafür notwendig. Nach einer Abkühlungszeit von zehn Minuten wird die Wärmemessung wiederholt. Vor und nach der Abkühlungsphase werden die Temperaturmuster der Haut in farbigen Bildern im Computer gespeichert, miteinander verglichen und ausgewertet. „Gewebeveränderungen, die auf Brustkrebs hinweisen können, werden durch eine Übererwärmung der Hautareale deutlich“, erläutert Dr. Büttner. Werden Auffälligkeiten gefunden, werden diese Veränderungen weiter überwacht und weitere Untersuchungen wie Mammographie und Ultraschall vorgenommen.

Jährlich eine Aufnahme

„Wir empfehlen jährlich eine Aufnahme, um ein klares Bild des Brustzustandes zu bekommen“, sagt Dr. Büttner. Wichtig ist das gerade für Risikopatienten wie Frauen mit erblicher Vorbelastung.

Von Helga Kristina Kothe

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