Chronische Schmerzen - was wirklich hilft

+
Hilfe für Schmerzpatienten: Prof. Jan Vesper, Leiter der Abteilung Funktionelle Neurochirurgie und Stereotaxie der Neurochirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Düsseldorf.

Im aktuellen Kinodrama "Cake" spielt Jennifer Aniston eine Frau, die an chronischen Schmerzen leidet. Nach Angaben der Deutschen Schmerzliga beeinträchtigen chronische Schmerzen die Lebensqualität mehrere Millionen Menschen bundesweit.

In einer aktuellen Umfrage hat das Medizintechnik-Unternehmen St. Jude Medical 1000 Teilnehmer zu diesem Thema befragt. Der Neurochirurg Prof. Dr. med. Jan Vesper  fasst die fünf wichtigsten Ergebnisse zusammen:

  1. Insgesamt berichten 29 Prozent der Befragten über chronische Schmerzen. Als Hauptursachen werden von 60 Prozent der Patienten Bandscheibenvorfälle, allgemeine Rückenprobleme und Querschnittslähmungen angegeben. 30 Prozent der Befragten leiden unter dauerhaftenKopfschmerzen  und ein Viertel unter rheumatischen Erkrankungen. Bei 14 Prozent sind Verletzungsfolgen die Ursache der Beschwerden.
  2. Jeder Vierte bezweifelt, der Umfrage zufolge, die Existenz chronischer Schmerzen oder hält sie für ein psychisches Problem. „In der Praxis erlebe ich häufig, dass Patienten in ihrem Leiden nicht ernst genommen oder Beschwerden auf die Psyche geschoben werden. Das stellt natürlich eine enorme zusätzliche Belastung dar“, beschreibt der Experte.
  3. Nahezu drei Viertel der Befragten glauben, dass chronische Schmerzen am besten mit Physiotherapie und entsprechenden Übungen behandelt werden können. Mehr als die Hälfte denkt, dass Schmerzmittel eine effektive Behandlung darstellen, dicht gefolgt von Erholung und Entspannung. „Bei vielen Patienten hat sich ein multimodaler Ansatz  bewährt, sprich ein Mix aus verschiedenen Therapien. Jedoch muss jeder Fall individuell betrachtet werden, da sich auch die Schmerzen unterschiedlich gestalten“, weiß der Spezialist. „Bei als austherapiert geltenden Patienten stellen minimalinvasive Eingriffe wie beispielsweise die Neurostimulation eine Alternative dar.“
  4. Lediglich 61 Prozent der Betroffenen gaben an, mit ihrer Behandlung zufrieden zu sein. „An chronischen Schmerzen leidende Patienten haben in vielen Fällen schon eine Odyssee verschiedener Arztbesuche hinter sich und gelangen körperlich und seelisch an ihre Grenzen. Daher ist es nicht weiter erstaunlich, dass fast 40 Prozent unzufrieden mit ihrer Behandlung sind“, erklärt der Experte. Nach dem Auftreten der Beschwerden suchen mehr als 70 Prozent zunächst ihren Hausarzt auf, nur 19 Prozent wenden sich direkt an einen Neurologen.
  5. Mehr als drei Viertel der Befragten, die nicht unter chronischen Schmerzen leiden, gaben an, dass sie ihrer Ansicht nach nicht mehr ihrem Job nachgehen können. Es folgen Autofahren und Laufen mit zirka 50 Prozent und Ausübung von Geschlechtsverkehr und Teilnahme am Sozialeben mit mehr als 40 Prozent. „Deutlich zeigt sich, dass in der Außenwahrnehmung eine Vermischung von chronischen Schmerzen und Behinderung stattfindet. Zwar sind Betroffene teilweise nicht in der Lage, Vollzeit zu arbeiten, jedoch lässt sich das genauso wenig pauschalisieren wie die Annahme, dass sie nicht mehr am Sozialleben teilhaben können“, erklärt der Mediziner.

Zusammenfassend zeigt die Umfrage des Medizintechnik-Unternehmens, dass es trotz der großen Anzahl an Erkrankten noch immer viel Aufklärungsbedarf bezüglich des Krankheitsbilds und der Therapieoptionen gibt. Daran gilt es in Zukunft zu arbeiten, um den Betroffenen zu mehr Akzeptanz und einer besseren Behandlung zu verhelfen. (nh)

Weitere Informationen gibt es unter www.sjm.de

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

der Inhalt dieses Artikels entstand in Zusammenarbeit mit unserem Partner. Da eine faire Betreuung der Kommentare nicht sichergestellt werden kann, ist der Text nicht kommentierbar.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.