Was man darf und was nicht

Cola und Salzstangen sind bei Durchfall eher schädlich

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Durchfall ist häufig mit Bauchschmerzen verbunden. Die wichtigste Regel: Wer betroffen ist, muss viel trinken - am besten Elektrolytlösungen. Foto: Monique Wüstenhagen

Den halben Tag auf der Toilette zu verbringen, schränkt Durchfall-Geplagte ganz schön ein. Der flüssige Stuhl ist nicht nur lästig, er kann auch auf Krankheiten hindeuten. Geht es nicht nach ein paar Tagen vorbei, sollte der Betroffene zum Arzt gehen.

Berlin (dpa/tmn) - Durchfall ist keine Krankheit, es ist ein Symptom. Irgendetwas im Körper ist nicht in Ordnung. Man hat sich mit einem Virus angesteckt, verträgt ein Medikament nicht - oder ist einfach gestresst.

Durchfall hat, wer über mehrere Tage mehr als zwei bis drei Mal pro Tag zur Toilette muss. Der Stuhl ist dabei flüssig oder sogar wässrig, erklärt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer in Berlin. Neben Flüssigkeit gehen dem Körper dabei auch wichtige Mineralstoffe verloren.

Durchfall wird häufig durch Viren oder Bakterien ausgelöst. Gerade im Winter erkranken viele Menschen an Noro- und Rotaviren - beide Durchfallerreger gelten als hochansteckend. Aber auch bestimmte Medikamente können dahinterstecken. Antibiotika haben manchmal Durchfall als Nebenwirkung, erklärt Prof. Andreas Stallmach. Er ist Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie am Universitätsklinikum Jena in Thüringen. Durchfall kann auch Folge einer Lebensmittelvergiftung sein oder auf eine chronische Entzündungen des Darms zurückgehen. Manchmal ist es aber auch Stress, der einem auf den Magen und Darm schlägt.

Oft wird der Stuhl von allein nach zwei bis drei Tagen wieder fester. "Dauert der Durchfall allerdings länger oder kehrt er oft wieder, dann muss die Ursache medizinisch abgeklärt werden", sagt Bettina Sauer von der Stiftung Warentest in Berlin. Besonders aufpassen müssen Betroffene auch, wenn sie Blut im Stuhl finden, wenn sie Fieber haben, ihnen schwindlig ist oder die Haut schlaff aussieht. Blut im Stuhl kann auf einen Tumor in der Darmwand hindeuten. Eine schlaffe Haut zeigt, dass der Körper stark ausgetrocknet ist. Dann muss im Krankenhaus eventuell Flüssigkeit über eine Infusion zugeführt werden.

Aber auch weniger stark ausgetrocknete Durchfall-Patienten brauchen unbedingt Flüssigkeit. Betroffene sollten Stallmach zufolge täglich zwei bis drei Liter trinken. Manchmal kommt zum Durchfall allerdings noch ständiger Brechreiz. Dann fällt es schwer, große Mengen zu trinken. Stallmachs Tipp: Ist dem Patienten übel, trinkt er am besten immer nur kleine Schlucke - über den ganzen Tag verteilt.

Weil durch den flüssigen Stuhl aber nicht nur Flüssigkeit, sondern auch Mineralstoffe verloren gehen, sollten Betroffene nicht einfach Wasser trinken. "Elektrolytlösungen aus der Apotheke können helfen, den Mineralstoffverlust auszugleichen", erläutert Stallmach. Früher griffen Durchfallpatienten gern zu Cola und Salzstangen - eine Kombination, auf die man aber besser verzichtet. "Cola enthält viel zu viel Zucker, das kann den Durchfall verstärken", sagt Stallmach. In den Salzstangen fehlen andere Salze wie Kalium oder Nitrate.

Anders als früher raten Ärzte heute nicht mehr zu Schonkost, wenn jemand Durchfall hat. Der Patient soll das essen, worauf er Appetit hat. Eine Ausnahme gibt es aber, nämlich wenn der Durchfall während einer Reise in ein Land mit eher niedrigen Hygienestandards auftritt: "Dort sollte man zur Vorbeugung keine Rohkost essen, nur abgekochtes oder industriell abgefülltes Wasser trinken und auf Eiswürfel verzichten", rät Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer in Berlin.

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