Mutation breitet sich aus

Delta-Variante: Biontech, Astrazeneca oder Moderna – Welcher Impfstoff schützt am besten?

Der Anteil der Corona-Variante Delta steigt auch in Deutschland enorm an. Wie gut schützen die Impfstoffe gegen die Mutante? Ein Überblick.

Kassel – Die besonders hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus breitet sich immer weiter in rasanter Geschwindigkeit aus. In Großbritannien sind sogar mehr als 90 Prozent der Neuinfektionen auf die indische Mutante zurückzuführen. Parallel nehmen europaweit auch die verabreichten Impfungen zu - in Deutschland sind bereits 37,3 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft (Stand: 01.07.2021).

Doch auch in Deutschland nimmt der Anteil der erstmals in Indien aufgetretenen Corona-Mutation B.1.617 stark zu: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet, dass die Delta-Variante mittlerweile etwa 50 Prozent der gemeldeten Corona-Neuinfektionen ausmache - in der Woche vom 14. bis 20. Juni lag der prozentuale Wert noch bei 37 Prozent (Stand: 01.07.2021). Aktuell stellt sich daher die Frage, ob und wie gut die zugelassenen Impfstoffe gegen die Delta-Variante schützen.

Corona-Variante: B.1.617 oder „Delta“
Ursprung:Indien
Bekannte Symptome: Kopfschmerzen, Schnupfen, Fieber, raue Kehle

Corona-Impfung: Wirksam gegen Delta-Variante? So hoch ist der Schutz der Impfstoffe

Laut dem Virologen von der Berliner Charité, Christian Drosten, sei die Corona-Mutation Delta vermutlich keine Variante, die den Impfschutz stark unterlaufe. Doch besonders die zweite Impfung sei von großer Bedeutung: Die britische Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) informiert darüber, dass der Impfschutz vor einem schweren Delta-Verlauf nach der zweiten Dosis bei über 90 Prozent liege - das berichtet das Gesundheitsportal aponet.de. Dies gelte für das mRNA-Vakzin von Biontech/Pfizer und den Vektorimpfstoff von Astrazeneca.

Die Corona-Variante „Delta“ breitet sich auf der ganzen Welt immer weiter aus. Doch welcher Impfstoff schützt am besten gegen die hochansteckende Mutation?

Einem Bericht von der Fachzeitung handelsblatt.com zufolge, bestätigten ausgewertete Daten aus Israel, wo die Impfkampagne bereits sehr fortgeschritten ist, die hohe Wirksamkeit des „Comirnaty“-Impfstoffs von Biontech und Pfizer. In einigen israelischen Gebieten dominiere die Delta-Variante und die PHE habe 14.000 Infektionsfälle mit der Delta-Mutante untersucht. Sie bescheinigt dem deutsch-amerikanischen Vakzin eine 96-prozentige Schutzwirkung gegen schwere Krankheitsverläufe.

Delta-Variante: Die Wirksamkeit der Corona-Impfungen im Überblick

  • Biontech/Pfizer: Der Impfstoff Comirnaty bietet nach der zweiten Corona-Impfung einen Schutz von 96 Prozent vor einer schweren Erkrankung mit Krankenhausaufenthalt, so die britische Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE).
  • Astrazeneca: Auch der Vektorimpfstoff Vaxzeria bietet laut der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) einen Impfschutz von über 90 Prozent.
  • Moderna: Für dem Impfstoff und seine Wirksamkeit gegen die Delta-Variante gibt es noch keine wissenschaftlichen Daten. Eine Studie des Herstellers macht jedoch Hoffnung, dass bereits nach der ersten Impfdosis mit Moderna eine hohe Schutzwirkung gegen eine Delta-Infektion bestehe.
  • Johnson & Johnson: Es gibt noch keine Wirksamkeitsdaten für den Impfstoff. Da nur eine Impfdosis gegeben wird, vermuten Experten einen geringeren Schutz.

Einen ähnlich hohen Schutz weise zudem der Impfstoff „Vaxzevria“ von Astrazeneca auf: Dieser betrage nach der zweiten Dosis 92 Prozent. Für den US-amerikanischen Impfstoff von Moderna gebe es noch keine ausgewerteten Daten. Die Wirksamkeit sei aber mit dem des mRNA-Vakzins von Biontech/Pfizer zu vergleichen.

Corona-Variante Delta: Wie gut schützen die verschiedenen Impfstoffe?

Der Corona-Wirkstoff von Johnson & Johnson sei wiederum mit dem von Astrazeneca vergleichbar, da es sich auch um einen Vektorimpfstoff handelt. Allerdings wird von diesem aktuell nur eine Dosis verimpft, die laut Zulassung für den vollen Impfschutz genüge - dieser liege nach 14 Tagen bei 65 Prozent. Für die indische Variante Delta könne der Schutz jedoch um einiges geringer ausfallen. In Studien werde bereits untersucht, ob eine zweite Johnson & Johnson-Impfung die Schutzwirkung deutlich erhöhen könnte.

Viele Experten warnen derzeit vor der rasanten Ausbreitung der Corona-Variante Delta, darunter auch ein Immunologe aus dem Kreis Kassel. Er rechnet damit, dass die Mutante besonders Kinder und Jugendliche hart treffen könnte. In Indien ist die Corona-Mutante bereits erneut mutiert - Virologen beobachten die Entwicklungen und stufen die Variante „Delta-Plus“ als enorm besorgniserregend ein. (Alina Schröder)

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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