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Corona-Impfungen in Apotheken: Hausärzte üben heftige Kritik - „Vollkommene Absurdität“

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Von: Karolin Schäfer

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Bisher konnte man sich in Apotheken nur den digitalen Corona-Impfnachweis holen - jetzt sollen die Apotheker auch direkt impfen können.
Bisher konnte man sich in Apotheken nur den digitalen Corona-Impfnachweis holen - jetzt sollen die Apotheker auch direkt impfen können. © Jörg Carstensen/dpa

Könnten Corona-Impfungen in Zukunft auch in der Apotheke oder beim Zahnarzt verabreicht werden? Hausärzte sind strikt dagegen.

Kassel – Die Corona-Fallzahlen in Deutschland bewegen sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstag (02.11.2021) mehr als 73.000 Corona-Neuinfektionen. Die Sorge vor überlasteten Kliniken und der neuen Omikron-Variante ist groß. Um die vierte Welle zu brechen, wird maßgeblich auf eine Beschleunigung der Impfkampagne gesetzt.

Den Impfstoff sollen in erster Linie Hausärzte verabreichen. Dass auch Apotheker und Zahnärzte impfen, hält der Deutsche Hausärzteverband für absurd.

Corona-Impfungen in Apotheken und Zahnarztpraxen würden Kampagne verzögern

Bereits vor dem Bund-Länder-Gipfel am Donnerstag (02.12.2021) sprach sich der Verband dagegen aus, Corona-Impfungen in Apotheken und Zahnarztpraxen anzubieten. „Die Apotheken und Zahnärzte ins Boot zu holen, ist eine vollkommene Absurdität“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende, Markus Beier, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Das würde die Impfkampagne eher verzögern.

Problem sei vor allem die Auslieferung der Impfstoffe. Jeder Arzt könne gleich viele Dosen bestellen. „Die Hausärztin auf dem Land, die tausend Menschen versorgt, genauso viel wie der Radiologe in einer Klinik in der Stadt“, ergänzte Beier. Umgekehrt würden Kürzungen der Impfstoff-Lieferungen alle betreffen – in gleichem Maße.

Corona-Impfung: Hausärzte fordern bessere Verteilung

Zur Regulierung fordern Hausärzte deshalb eine Veränderung der Verteilung der Corona-Impfstoffe. „Hausärzte, Kinder- und Jugendärzte, Gynäkologen, HNO- und Fachärzte für Inneres müssen deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung gestellt bekommen als andere“, forderte Beier. In solchen Praxen würden sich die Leute „massiv impfen lassen“.

„Wir brauchen jetzt ganz schnell das verlässliche Signal, dass der Nachschub an Impfstoff nicht abreißt“, so Beier weiter. Die Verabreichung von 800.000 bis 1,2 Millionen Impfungen pro Tag seien in Deutschland machbar, wenn genügend Impfstoff in den Praxen verfügbar wäre.

Bei dem Bund-Länder-Gipfel am Donnerstag (02.12.2021) werden mögliche Verschärfungen der Corona-Maßnahmen diskutiert. Einige Entscheidungen sind bereits gefallen. Auch in Hessen werden die Corona-Regeln verschärft. (kas/afp)

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