Corona-Schutzimpfung

Corona-Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren: Das ist bisher bekannt

Die Ständige Impfkommission (Stiko) spricht sich nun für Corona-Impfungen für alle Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren aus.
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Die Ständige Impfkommission (Stiko) spricht sich nun für Corona-Impfungen für alle Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren aus.

Bald soll es ein Impfangebot für Kinder unter zwölf Jahren geben. Doch unter welchen Umständen könnte die Impfung sinnvoll sein und was sind mögliche Risiken?

Kassel – Einen genauen Zeitplan, wann ein Impfstoff gegen Corona* für Kinder unter 12 Jahren auf den Markt kommt, gibt es bisher noch nicht. Klar ist nur, dass die Entscheidung der Eltern, ihre Kinder impfen zu lassen oder nicht, keine leichte sein wird. Die Zahl der Corona-Infektionen bei Kindern aktuell ist jedoch sehr hoch und dürfte bei der Entscheidung helfen.

Bereits seit Monaten führen Biontech und Moderna Studien mit mehreren Tausend Kindern zwischen sechs Monaten und elf Jahren durch. Glaubt man dem Immunologen Carsten Watzl vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung der Technischen Universität Dortmund, will zumindest Biontech erste Ergebnisse bereits in diesem Monat vorlegen.

Corona-Impfung für Kinder unter zwölf Jahren: Stiko-Impfempfehlung ist sehr unwahrscheinlich

Im Oktober könnte dann also ein Antrag auf Zulassung bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) eingehen. Die Zulassung kann schon nach wenigen Wochen folgen.

Wenn das so weit ist, wird sich die Ständige Impfkommission (Stiko) mit dem Impfstoff befassen. Eine allgemeine Impfempfehlung der Stiko für die Altersgruppe ist aber sehr unwahrscheinlich. Gezeigt haben das die hitzigen Debatten der vergangenen Wochen. Auch Schauspieler Til Schweiger positionierte sich kürzlich in einem Trailer zu einer Dokumentation gegen Corona-Impfungen* bei Kindern.

Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) vor wenigen Wochen, jetzt auch gesunde 12- bis 17-Jährige gegen Corona impfen* zu lassen, hat jedoch der Impfkampagne neuen Auftrieb gegeben.

Video: Corona-Impfung ab zwölf Jahren möglich - Darauf sollte man achten

Corona-Impfangebot für Kinder unter zwölf Jahren: Extra Impfstoff nur für Kinder?

Einen Impfstoff speziell für Kinder wird es zudem nicht geben. Der Wirkstoff werde lediglich an die geringere Körpergröße und das leistungsfähigere Immunsystem jüngerer Kinder angepasst. Das heißt konkret: Verschiedene Altersgruppen bekommen unterschiedliche Mengen des Wirkstoffs.

Zu den möglichen Nebenwirkungen könne man aktuell noch nichts sagen. Wenn die Impfstoff-Firmen ihre Studienergebnisse veröffentlichen, werde es jedoch etwas klarer. Allerdings wird es auch dann noch keine absolute Gewissheit über die Risiken geben, da die Testgruppe mit rund 3000 Kindern sehr klein ist.

Das Risiko für sehr seltene Nebenwirkungen* kann also erst dann mit einiger Sicherheit abgeschätzt werden, wenn mehrere Zehntausend oder sogar Hunderttausend Kinder eine Impfung erhalten haben.

Corona-Impfung für Kinder unter zwölf Jahren: Wie gefährlich ist das Virus für die Kleinsten?

Ob Kinder wirklich eine Impfung gegen Corona brauchen ist hochumstritten. Verläufe, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, kommen nämlich laut einer Auswertung des Robert Koch-Instituts (RKI) bei Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahren nur in etwa einem Prozent, bei Säuglingen in etwa zwei Prozent der Fälle vor. Tödlich endet eine Infektion jedoch fast nie. Bei den wenigen Todesfällen von Kindern und Jugendlichen im Zusammenhang mit Corona gab es immer bereits schwere Vorerkrankungen.

Aber Vorsicht: Nur weil ein erkranktes Kind nicht ins Krankenhaus musste, schließt das Spätfolgen wie Long Covid nicht ganz aus. Wie oft und wie schwer Kinder nach einer Erkrankung von Langzeitfolgen wie chronischer Erschöpfung betroffen sind, ist nicht geklärt. (Luisa Weckesser/dpa)*hna.de und *giessener-allgemeine.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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