Corona-Impfstoffe im Vergleich

Corona-Impfstoffe: Wirksamkeit und Nebenwirkungen von Biontech, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson

Eine Pflegekraft bereitet die Impfung vor.
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Jeder Impfstoff gegen das Coronavirus kommt mit einer anderen Wirksamkeit sowie möglichen Nebenwirkungen daher. Was es zu beachten gilt.

Während der BioNTech/Pfizer-Impfstoff eine Wirksamkeit von über 90 Prozent aufweist, schützt Johnson & Johnson nur in 66 Prozent der Fälle. Alle Wirksamkeiten und Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe im Vergleich.

Rund 48 Prozent der Deutschen haben bisher mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten (Stand 14.06.). Laut Impfdashboard.de werden im Schnitt 806.001 Impfungen pro Tag vorgenommen, das sind etwa neun in der Sekunde. Der BioNTech/Pfizer-Impfstoff wurde bisher mit Abstand am häufigsten verabreicht. Hier finden Sie eine Übersicht über die Wirksamkeit und die Nebenwirkungen der vier zugelassenen Impfstoffe.

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BioNTech/Pfizer: Wirksamkeit und Nebenwirkungen

Comirnaty, der Impfstoff von BioNTech/Pfizer ist ein mRNA-Impfstoff, der eine ausgezeichnete Schutzwirkung aufweist. Für den vollen Schutz müssen zwei Dosen verabreicht werden. Die zweite Dosis folgt dabei erst sechs Wochen nach der ersten Impfung. Nach ersten Ergebnissen der laufenden Phase-3-Studie liegt die Wirksamkeit gegen das Coronavirus weiter bei über 90 Prozent.

Schwere Verläufe einer Covid-Erkrankung hat es nach der Impfung mit dem BioNTech/Pfizer-Impfstoff bisher kaum gegeben. Das bedeutet, dass Hospitalisierung, Intensivbehandlung, Beatmung oder Tod durch eine Impfung mit BioNTech/Pfizer verhindert werden konnten. Auch gegen die südafrikanische Variante B.1.351 schützt Comirnaty. Die Nebenwirkungen sind größtenteils harmlos und grippeähnlich. Die Impfreaktionen dauern nur wenige Stunden bis Tage an. Kopfschmerzen, Ermüdung und Schmerzen an der Injektionsstelle waren die häufigsten Nebenwirkungen. In 134 Fällen kam es zu einer Anaphylaxie (Stand 14.06.) – einer plötzlich auftretenden, starken allergischen Reaktion. Nach einer Impfung mit BioNTech/Pfizer gab es keine Fälle von TTS (Thrombozytopenie).

Vereinzelt gab es Todesfälle im zeitlichen Zusammenhang mit einer Comirnaty-Impfung gegen das Coronavirus. Bis zum 31.5.2021 verstarben insgesamt 873 Personen, durchschnittlich im Alter von 82 Jahren. Bei der Mehrzahl der verstorbenen Personen bestanden Vorerkrankungen, wie beispielsweise Krebsleiden, Niereninsuffizienz, Herzerkrankungen und arteriosklerotische Veränderungen, die vermutlich todesursächlich waren. 73 verstarben an Covid-19.

AstraZeneca: Wirksamkeit und Nebenwirkungen

Bei dem Impfstoff von AstraZeneca gegen das Coronavirus handelt es sich um einen Vektorimpfstoff. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt das Vakzin mittlerweile nur noch für Personen über 60 Jahren. Denn in wenigen Fällen kam es nach einer Impfung mit AstraZeneca zu Thrombosen mit begleitender Thrombozytopenie (TTS), zum Teil auch mit Blutungen. Dies schließt sowohl venöse Thrombosen, wie Blutgerinnsel der Hirnvenen, sogenannten Sinusthrombosen, als auch arterielle Thrombosen ein. Bis zum 31.5.2021 wurden dem Paul-Ehrlich-Institut 106 Fälle einer TTS berichtet, die nach Impfung mit Vaxzevria auftraten.

Außerdem beobachtet das Paul-Ehrlich-Institut auch Fälle des Guillain-Barré-Syndroms (GBS), einer Entzündung von Nerven, die mit Lähmungen einhergeht – insgesamt wurden 39 Fälle gemeldet. Üblicherweise sind die Nebenwirkungen allerdings harmlos. Es kommt vor allem zu grippeähnlichen Erkrankungen, Fieber und Schüttelfrost. Der AstraZeneca Impfstoff bietet eine gute Wirksamkeit von bis zu 80 Prozent. Der empfohlene Abstand zwischen der ersten und zweiten Dosis beträgt zwölf Wochen.

Moderna: Wirksamkeit und Nebenwirkungen

Das Vakzin von Moderna ist so wie der von Biontech/Pfizer ein mRNA-Impfstoff. Er ist für Menschen ab 18 Jahren zugelassen und hat eine Wirksamkeit von etwa 94 Prozent. Insbesondere auch bei älteren Personen soll er eine hohe Wirksamkeit gegen das Coronavirus entfalten. Damit sich ein vollständiger Schutz aufbaut, müssen zwei Dosen des Vakzins verabreicht werden. Idealerweise geschieht dies im Abstand von 28 Tagen. Nebenwirkungen nach einer Impfung mit Moderna sind meist harmlos und von kurzer Dauer. Beispielsweise können Lokalreaktionen, inklusive Schmerzen an der Injektionsstelle auftreten. Nur in Einzelfällen kam es zu einer TTS, die jedoch nicht klar als Impfnebenwirkung zu identifizieren sind. In sieben Fällen kam es bisher zu einer Anaphylaxie (Stand 14.06.).

Johnson & Johnson: Wirksamkeit und Nebenwirkungen

Auch die „Covid-19-Vaccine Janssen“ ist wie der Impfstoff von AstraZeneca ein Vektorimpfstoff. Das Johnson & Johnson Vakzin hat ein Alleinstellungsmerkmal: Es muss nur einmal verabreicht werden, denn bereits eine einzige Impfdosis bietet eine gemittelte Wirksamkeit von 66 Prozent. Auch gegen Coronavirus-Mutanten wie die südafrikanische B.1.351- und brasilianische P.1-Variante schützt das Vakzin von Johnson & Johnson. Doch die Wirksamkeit bei den Coronavirus-Varianten ist etwas geringer, als beim bisher vorherrschenden Coronavirus. In seltenen Fällen kann der „Covid-19-Vaccine Janssen“-Impfstoff Thrombosen verursachen. Da die Nebenwirkungen allerdings sehr selten auftreten, empfiehlt Experten den Impfstoff weiterhin ohne Einschränkungen. (cw)

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