Auffrischung gegen Covid-19

Ist eine dritte Corona-Impfung notwendig? Experte ist vorsichtig

Mehrere Forscher untersuchen derzeit, ob sogar eine zusätzliche dritte Corona-Impfung erforderlich werden könnte. (Symbolbild)
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Mehrere Forscher untersuchen derzeit, ob sogar eine zusätzliche dritte Corona-Impfung erforderlich werden könnte. (Symbolbild)

Derzeit untersuchen viele Wissenschaftler, ob eine dritte Corona-Impfung erforderlich werden könnte. Experten äußern sich zu einer möglichen Auffrischung.

Kassel - Wie lange ist man nach einer vollständigen Corona-Impfung geschützt und reichen zwei Spritzen überhaupt aus? Auf diese Fragen wollen derzeit zahlreiche Forscher eine Antwort finden. Einige Experten äußerten sich bereits zu einer möglichen Auffrischungsimpfung.

Während in Großbritannien bereits ab Herbst zusätzliche Impfungen für Risikopatienten geplant werden, gibt es in Deutschland hingegen noch keine Pläne für Auffrischungen - das berichtet das Deutsche Ärzteblatt. Auch Israel habe für das Jahr 2022 schon sogenannte „Booster-Dosen“ gekauft.

Dritte Corona-Impfung nötig? Langfristige Schutzwirkung der Impfstoffe noch unklar

Wie lange die bisher eingesetzten Corona-Impfstoffe ihren Schutz aufrecht halten, ist aktuell allerdings noch unklar. „Niemand kann derzeit sagen, wie lange der Impfschutz nach zwei applizierten Impfdosen tatsächlich an­hält“, sagte Christian Bogdan, Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko) und Direktor des Mikrobiologischen Instituts am Universitätsklinikum Erlangen.

Die beiden mRNA-Impfstoffhersteller Moderna und Biontech/Pfizer haben die Wirksamkeit ihrer Vakzine in Studien aufmerksam verfolgt. Die entsprechenden Untersuchungsergebnisse der Unternehmen zeigen, dass der Schutz ihrer Wirkstoffe sechs Monate nach der zweiten erforderlichen Impfung immer noch bei über 90 Prozent liegt. Ob und wie schnell sich diese allerdings verringert, kann bisher nicht gesagt werden. Pfizer-Chef Albert Bourla hat bereits vor einigen Wochen betont, dass eine dritte Corona-Impfung notwendig sein könnte.

Nach vollständiger Impfung: Experte empfiehlt mit Corona-Auffrischung abzuwarten

Einem Bericht des Deutschlandfunks zufolge empfiehlt Christian Bogdan jedoch mit einer dritten Auffrischungsimpfung zunächst abzuwarten. Es müsse erst erforscht werden, ob es in Zukunft zu einer größeren Zahl von Infektionen bei Geimpften kommt. Das würde jedoch von verschiedenen Faktoren abhängen: von der Stärke des Impfschutzes, aber auch von der Anzahl der Coronaviren, die im Umlauf sind. Zusätzlich müsse man beobachten, ob sich weitere Covid-Varianten entwickeln und ausbreiten, die die Abwehrkräfte des Menschen schließlich unterlaufen könnten.

Ist der Meinung, mit der dritten Impfung besser abzuwarten: Christian Bogdan, Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko), denkt, dass eine zweite Spritze aktuell ausreichen würde. (Archivbild)

Trotz allem ist Bogdan aktuell der Meinung, dass zwei Impfdosen ausreichen würden, das Immunsystem auf lange Sicht auf SARS-CoV-2 vorzubereiten. Komplett werde das Virus zwar nicht aus dem Körper gehalten werden können, aber die Abwehrkräfte könnten einen schwereren Krankheitsverlauf zumindest verhindern. Eine Herdenimmunität kann somit allerdings nicht erreicht werden, was bedeutet, dass man weiter mit dem Virus leben müsste.

In welchen Fällen könnte eine weitere Corona-Impfung erforderlich werden?

In zwei Situationen wär eine Auffrischungsimpfung jedoch notwendig. Beispielsweise im Falle einer Corona-Mutation, die den Schutz des Impfstoffs durchbricht. Dann müsste zu den bereits verimpften Vakzinen einen schützenden Booster hinzukommen. Außerdem könnten sogenannte „Durchbruchsinfektionen“ eine weitere Auffrischung erforderlich machen. Darunter versteht man die Ausscheidung des Virus aus dem menschlichen Körper, solange alle infizierten Zellen noch nicht zerstört worden sind.

Wie viele von diesen Durchbruchsinfektionen allerdings in Abhängigkeit von der Zahl der Menschen auftreten, die vor mindestens einem halben Jahr vollständig geimpft worden sind, sei noch nicht geklärt. „Das wird man beobachten müssen, aber so lange das noch nicht geschehen ist, halte ich diese Über­legungen für verfrüht“, sagte Christian Bogdan. (Alina Schröder)

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