Nachlassende Schutzwirkung

Booster-Impfung nach weniger als sechs Monaten? Lauterbach legt sich in Statement fest

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält Booster-Impfungen gegen Corona für äußerst sinnvoll.
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SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält Booster-Impfungen gegen Corona für äußerst sinnvoll.

Ab wann ist eine Booster-Impfung sinnvoll? Karl Lauterbach äußert, wann Geimpfte die dritte Spritze gegen Corona bekommen sollten.

Update vom Mittwoch, 17.11.2021, 17.30 Uhr: Ab wann und für wen eine dritte Corona-Impfung sinnvoll ist, wird aktuell stark diskutiert. Einige Studien zeigen, dass der Impfschutz bereits nach vier bis sechs Monaten nachlässt und mit einem Booster schließlich wieder vollständig hergestellt werden kann. Karl Lauterbach trifft diesbezüglich eine deutliche Aussage.

In einem Twitter-Post bezieht er sich auf verschiedene Berichte, unter anderem aus Israel, England oder der New York State University. In diesen wird die nachlassende Wirkung nach der zweiten Covid-Impfung deutlich. „Der Verlust der Wirkung der Impfung setzt ab 4 Monaten ein, was Ansteckung angeht. Man sieht ihn in allen Altersgruppen. Ich lese die Studien so, dass Moderna etwas weniger schnell nachlässt“, schreibt Lauterbach. Seine Forderung: „eine dritte Impfung zumindest ab Monat 5.“

Zudem sehne sich der SPD-Gesundheitsexperte nach „einer klaren Linie beim Thema Boosterimpfung“. Ihm zufolge sollen alle Menschen über 50 Jahre jetzt eine dritte Spritze gegen Corona erhalten - danach „die Jüngeren“. Der Abstand zur zweiten Impfung sollte dafür mehr als fünf Monate betragen. „Es ist richtig, dass alle Erwachsenen eine 3. Impfung brauchen. Aber nicht gleichzeitig“, heißt es in einem weiteren Twitter-Post des Politikers.

Corona-Impfung: Weihnachten und Silvester – Booster vorziehen sinnvoll?

Erstmeldung vom Dienstag, 16.11.2021, 08.11 Uhr: Kassel – Weihnachten mit der Familie feiern und an Silvester mit Freunden in das Jahr 2022 tanzen: Das ist der Plan von vielen in diesem Jahr. Doch die aktuellen Debatten rund um den Immunschutz nach der Corona-Impfung verunsichern vor allem jüngere Menschen. Während ältere Menschen häufig noch vor Weihnachten und Silvester für eine Booster-Impfung vorgesehen sind, ist es bei vielen jüngeren Menschen erst im neuen Jahr 2022 so weit.

Der Grund: Zwischen der letzten regulären Corona-Impfung und der Auffrischung, der sogenannten Booster-Impfung, sollten mindestens sechs Monate liegen, das empfiehlt die Stiko. Sollten junge Menschen ihre dritte Corona-Impfung also besser vor die geplanten Familienfeiern an Weihnachten ziehen?

Bei den meisten Fällen ist es wahrscheinlich gar nicht nötig, den Impfschutz vor Ablauf der Frist aufzufrischen.

Virologe Martin Stürmer gegenüber Focus.de

Corona: Booster-Impfung – Vor allem bei Älteren muss die Impfung aufgefrischt werden

Da zu Beginn erst ältere Personen gegen das Corona-Virus geimpft wurden, ist die Sechsmonatsfrist bei vielen jüngeren vor Weihnachten noch nicht abgelaufen. Der Virologe Martin Stürmer hat sich im Gespräch mit Focus Online dieser Thematik gestellt.

Der Virologe Dr. Martin Stürmer ist Facharzt für Mikrobiologie und seit dem Jahr 2017 der Leiter des Medizinlabors am Universitätsklinikums Frankfurt. Zur Fragen rund um die Corona-Pandemie stand er schon mehrfach Rede und Antwort. „Ich würde jetzt keine generelle Empfehlung aussprechen, dass sich alle Geimpften vor Weihnachten ihren Booster abholen“, so Stürmer im Interview.

mRNA-Impfstoff am Beispiel von BiontechVektor-Impfstoff am Beispiel von Johnson und Johnson
Wirksamkeit: Circa 95 Prozent Wirksamkeit: Circa 67 Prozent
Impfdosen: Zwei bis zu Immunisierung Impfdosen: Eine bis zu Immunisierung
Booster-Impfung: Nach 6 Monaten empfohlen Booster-Impfung: Nach 14 Tagen empfohlen
Lagerung: Bei -70 GradLagerung: Zwischen +2 und +3 Grad
Quelle: dpa

Corona-Impfschutz: Booster-Impfung vor Silvester und Weihnachten nicht zwingend notwendig

Zu der Schlussfolgerung kommt der Virologe aufgrund der Zulassungsstudien der Impfstoffe. Diese würden zeigen, dass die Corona-Impfungen nach sechs Monaten noch wirksam seien. Der Impfschutz gegen eine Infektion mit dem Coronavirus beginne frühstens nach sechs Monaten nachzulassen.

Eine Auffrischungsimpfung ist in den ersten sechs Monaten nach der zweiten Corona-Impfung also nicht notwendig. Vor Weihnachten und Silvester muss sich also niemand bei der Booster-Impfung vordrängeln.

Corona 2021: Booster-Impfung zu Weihnachten – Für Johnson und Johnson gelten andere Regelungen

Allerdings schadet eine dritte Corona-Impfung vor Ablauf der sechs Monatsfrist auch nicht, so der Virologe. Stürmer weist darauf hin, dass sich niemand in den ersten Wochen nach der zweiten Corona-Impfung nochmals impfen lassen sollte. Aber ein paar Wochen Unterschied machen bei der Booster-Impfung normalerweise keinen Unterschied. Sollte die dritte Impfung also Anfang Januar 2022 anstehen, könnte die Impfung prinzipiell auch vor Weihnachten und Silvester gezogen werden. Ob eine dritte Corona-Impfdosis verabreicht wird, entscheidet am Ende aber immer noch der zuständige Impfarzt.

Die Frage, ob eine frühzeitige Booster-Impfung sinnvoll ist, betrifft nur Personen, die mit einem mRNA-Impfstoff geimpft wurden - also mit Vakzinen von Moderna oder Biontech. Wer eine Corona-Impfung mit dem Vakzin von Johnson und Johnson erhalten hat, kann sich nach zwei Wochen eine Booster-Impfung verabreichen lassen. (Lucas Maier)

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