Biontech und Moderna

„Covid-Arm“: Nebenwirkungen nach Corona-Impfung – Forscher nennen Details

Nach der Corona-Impfung klagen viele Menschen über Schmerzen im Arm. Woran liegt das?
+
Nach der Corona-Impfung klagen viele Menschen über Schmerzen im Arm. Woran liegt das?

Nach einer Corona-Impfung mit dem Impfstoff von Biontech oder Moderna kann der Arm schmerzen. Mediziner sprechen vom „Covid-Arm“. Ist die Nebenwirkung gefährlich?

Kassel – Immer mehr Menschen erhalten mittlerweile ihre Corona-Schutzimpfung. Damit erhöht sich natürlich auch die Zahl der gemeldeten Impfreaktionen und Nebenwirkungen. Am häufigsten berichten Betroffene über Schmerzen an der Einstichstelle, Unwohlsein, Kopfschmerzen und Fieber. Dabei unterscheiden sich die Beschwerden je nach verwendetem Impfstoff erheblich.

Zu den unerwünschten Wirkungen der mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna zählt auch der sogenannte „Covid-Arm“. Geimpfte beschweren sich über Schmerzen im Oberarm und beschreiben, dass er sich schwer anfühlt und nicht so leicht heben lässt. Das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) berichtet, dass sich Meldungen dazu häufen und stuft den Covid-Arm deshalb als mögliche Nebenwirkung nach einer Corona-Impfung ein.

„Covid-Arm“ lange nach der Corona-Impfung: Vor allem Frauen von Reaktion betroffen

Dahinter verbirgt sich laut PEI eine einfache Lokalreaktion an der Einstichstelle im Oberarm: „Diese verzögerten Lokalreaktionen können etwa eine Woche nach der Impfung auftreten und sind gekennzeichnet durch eine in der Regel gut abgrenzbare Hautrötung und Schwellung am geimpften Arm, in einigen Fällen verbunden mit Schmerzen und/oder Juckreiz“. Anders als bei anderen Impfstoffen treten die Beschwerden im Arm also nicht unmittelbar nach der Corona-Impfung auf, sondern erst später.

Bereits bei der klinischen Prüfung des Corona-Impfstoffs von Moderna in den USA und Kanada wurde über verspätete Lokalreaktionen mit Rötung, Verhärtung und Spannungsgefühl ab Tag acht nach der Impfung berichtet. Sie traten bei 0,8 Prozent der Studienteilnehmer nach der ersten Dosis auf und bei nur noch 0,2 Prozent nach der zweiten Dosis. Seitdem wird die Nebenwirkung in vielen Medien auch als „Moderna-Arm“ oder „Covid-Arm“ bezeichnet.

Doch mittlerweile stellte sich heraus: Auch der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer kann diesen Effekt hervorrufen. Frauen sollen zudem vom „Covid-Arm“ häufiger betroffen sein als Männer.

Impf-Reaktion „Covid-Arm“: Ursache für Schmerzen im Arm noch nicht geklärt

Wie genau der „Covid-Arm“ zustande kommt und warum manche Geimpfte stärker als andere auf den gleichen Impfstoff reagieren, ist derzeit noch nicht gänzlich erforscht. Vermutet wird laut PEI eine „verzögerte Überempfindlichkeitsreaktion im Zusammenhang mit dem Aufbau des körpereigenen Immunsystems, die nicht gesundheitsschädlich ist“. Diese Nebenwirkung sei keine unerwartete, die bei der Zulassung der Impfstoffe gegen das Coronavirus nicht bekannt war, betont das PEI.

Auch in einer Studie im New England Journal of Medicine weisen Wissenschaftler auf den verspäteten „Covid-Arm“ hin. Betroffene Geimpfte sollten sich aber nicht irritieren lassen. Die Beschwerden halten meist nur vier bis fünf Tagen an. Es gebe daher keinen Grund, die zweite Impfdosis auszusetzen oder zu verzögern.

Seit dem 27. Dezember 2020 sind 713.067 Corona-Impfungen mit Moderna in Deutschland durchgeführt worden. In 107 Fällen kam es zu schwerwiegenden Nebenwirkungen. (Luisa Weckesser)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.