Pandemie

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson: Dänemark streicht Zulassung

Die dänische Regierung hat entschieden, den Corona-Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson aus ihrem Impfprogramm zu streichen.

Kopenhagen – Kein Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson für die dänische Bevölkerung. Das teilte die Gesundheitsbehörde am Montag (03.04.2021) mit. Die Vorteile einer Impfung könnten das Risiko möglicher Nebenwirkungen in Form schwerer Blutgerinnsel nicht ausgleichen, hieß es in einer Mitteilung. Zuvor hatten mehrere Medien über die Entscheidung berichtet.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im April einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Johnson & Johnson-Präparat und seltenen, aber schweren Fällen von Blutgerinnseln festgestellt. Zuvor war so ein Zusammenhang mit Thrombosen auch bei der Vergabe des Astrazeneca-Impfstoffs Vaxzevria festgestellt worden.

Corona-Impfstoff: Dänemark streicht Johnson & Johnson – auch Astrazeneca wurde nicht zugelassen

Obwohl die EMA den Einsatz beider Mittel zur Bekämpfung der Corona-Pandemie weiterempfiehlt, entschied sich Dänemark, vor Johnson & Johnson auch den Astrazeneca-Impfstoff aus dem Impfprogramm zu nehmen. Eine politische Mehrheit im Parlament hat sich am Montag dafür ausgesprochen, das Vakzin von Astrazenca aber an Freiwillige verabreicht werden kann.

Dass in Dänemark nun zwei Präparate aus dem Impfprogramm fallen, wird der Gesundheitsbehörde zufolge Auswirkungen auf den Impfkalender haben. Die 25- bis 39-Jährigen müssten damit rechnen, etwa vier Wochen später ihre erste Dosis zu bekommen.

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson wird in Dänemark nicht zugelassen. (Symbolfoto)

In Deutschland wird Astrazeneca nur noch Menschen über 60 Jahren geimpft. Wer jünger ist, kann auf eigenen Wunsch und nach ausführlicher Aufklärung trotzdem mit dem Impfstoff geimpft werden. Der Einsatz des Impfstoffs liegt im ärztlichen Ermessen. Seit Anfang Mai wird auch Johnson & Johnson in Deutschland gespritzt. Mit dem Vakzin sollen zunächst insbesondere schwer erreichbare Gruppen wie Obdachlose, Menschen in sozialen Brennpunkten oder Erstaufnahmeeinrichtungen geimpft werden.

Dänemark hat jüngst die Grenzen geöffnet - vorerst aber nur für Schleswig-Holsteiner. Die anderen Länder müssen sich noch gedulden. Was bedeutet das für Reisen in den Norden? (luw mit dpa)

Rubriklistenbild: © Filip Radwanski/Imago Images

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