Medikamente in Indien werden knapp

Corona-Krise in Indien: Tödlicher „Schwarzer Pilz“ frisst sich ins Gehirn

Viele Corona-Patienten in Indien leiden unter einer Pilz-Erkrankung. Bei einigen dringt der Pilz in die Nasennebenhöhlen ein - und frisst sich ins Gehirn.

Indien - Tausende Menschen in Indien sterben zurzeit an den Folgen einer Corona-Infektion. Die Angst vor dem neuartigen Erreger ist riesig. Daraus resultiert ein falscher Einsatz von Medikamenten, wodurch ein zweites Leiden begünstigt wird: Viele Corona-Erkrankte infizieren sich zusätzlich mit einem seltenen, aber hochgefährlichen Pilz, berichtet spiegel.de.

Bei den meisten dringt er in die Nasennebenhöhlen ein. Von dort frisst er sich innerhalb kurzer Zeit durch Knochen, Nerven und Blutgefäße - schlimmstenfalls bis ins Gehirn. Eine solche Mukormykose endet ohne Behandlung mit dem Tod. Es ist unbekannt, wie viele Menschen in Indien genau davon betroffen sind. Aber klar ist: Die Medikamente, die gegen die Pilz-Erkrankung helfen, werden knapp.

Leiden von Corona-Erkrankten in Indien: Mukormykose ist eine seltene Krankheit

Mukormykose ist eigentliche eine seltene Krankheit. Verursacht wird sie durch verschiedene Schimmelpilze, die vor allem im Boden wachsen. Dort zersetzen sie totes, organisches Material wie Holz. Die Sporen können im Wind fortgetragen werden und so in Wunden gelangen. Dann drohen Infektionen. Das passiert meist nur bei Menschen mit einem eingeschränkten Immunsystem oder schlecht eingestelltem Diabetes.

Dass Corona-Patienten in Indien von dieser Erkrankung so stark betroffen sind, hat laut spiegel.de mehrere Gründe, zwei davon führen auch ohne Corona-Pandemie zu vergleichsweise häufigen Fällen: Einerseits kämen die Pilze in der Region häufig vor. Andererseits lebten dort viele Menschen mit einem unkontrolliertem Diabetes, welcher dem Pilz Zutritt zum Körper verschafft.

Die Corona-Fallzahlen in Indien befinden sich auf hohem Niveau. Viele Erkrankte leiden an einer seltenen Pilz-Erkrankung.

Der aktuelle Hauptverursacher für die vielen Pilz-Erkrankungen in Indien unter Corona-Patienten sei nicht der Diabetes - sondern eines der wenigen Medikamte, das bei einer Corona-Erkrankung hilft: Kortison. Das Mittel sollte laut Medizinern bei Corona-Erkrankten ungewöhnlich niedrig dosiert sein und nur über einen begrenzten Zeitraum verabreicht werden. In Indien hat aber nicht jeder einen Arzt, der ihm das sagt, so spiegel.de. Zudem werde das Medikament ohne Rezept in kleinen Läden in Indien verkauft. Das Mittel sei leicht verfügbar, die Angst vor Corona groß.

Corona in Indien: Kortison bereitet Pilz-Sporen den Weg in den Körper

Das Problem: Kortison hat im Zusammenhang mit Pilz-Erkrankungen eine gefährliche Nebenwirkung. Es steigert den Blutzuckerspiegel, gleichzeitig reguliert es das Immunsystem herunter. Dadurch bereitet es den Pilz-Sporen den Weg in den Körper, wenn das Medikament in großen Mengen genommen wird.

Bei Patienten mit einem hohen Blutzuckerspiegel dringt der Pilz meist über die Schleimhäute in die Nasennebenhöhlen und anschließend weiter in den Kopf vor. Hat er das Gehirn erreicht, kann dem Patienten in der Regel nicht mehr geholfen werden. Rund 50 bis 70 Prozent der an Mukormykose Erkrankten sterben.

Auch wegen der indischen Corona-Variante hält Virologe Hendrik Streeck steigende Fallzahlen in Deutschland für realistisch. Doch die vierte Welle könne man verhindern.

Die indischen Variante verbreitet sich immer stärker in Deutschland. So beurteilt Virologin Sandra Ciesek die Gefahr für die Corona-Bekämpfung in Deutschland. (Jan Wendt)

Rubriklistenbild: © Prabhat Kumar Verma/dpa

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