Corona-Pandemie

Absichtliche Corona-Infektion? Christian Drosten widerspricht Berichten vehement

Aussagen von Christian Drosten, sich künftig mit Corona infizieren zu wollen, sorgen für Aufsehen. Nun stellt der Virologe seine Äußerungen richtig.

Update vom Mittwoch, 08.09.2021, 21.19 Uhr: Angebliche Pläne des Charité-Virologen Christian Drosten, sich künftig freiwillig mit dem Coronavirus infizieren zu wollen, um so einen möglichst starken Schutz aufbauen zu können, haben im Netz für reichlich Wirbel gesorgt. Nun äußerte sich Drosten selbst auf Twitter zu den Berichten:

„Lese heute ja verrückte Dinge über mich. Selbstverständlich will ich mich nicht selbst infizieren! Wer verstehen will, worauf ich hinauswill und worauf wir hinarbeiten sollten, kann das im NDR-Podcast nachhören.“

Weiter verwies der Mediziner auf einen Bericht der Berliner Morgenpost, in dem es heißt, seine Aussagen seien aus dem Kontext gerissen worden. Vielmehr habe Drosten erklärt, wie ein Leben mit Corona künftig aussehen könnte und dass eine „allgemeine Infektion“ normal wird, wenn das Coronavirus erstmal epidemisch wird, es also zu zeitlich und örtlich begrenzten größeren Ausbrüchen kommt. Eine solche Infektion sollte aber auf einer Impfimmunität „aufsattelnd“ geschehen, so der Virologe in seinem Podcast. Laut ihm sei es in der aktuellen Lage weiterhin von größter Bedeutung, „gegen das Virus anzuimpfen“.

Absichtliche Corona-Infektion? Drosten mit kurioser Aussage

Erstmeldung vom Dienstag, 07.09.2021, 18.01 Uhr: Kassel - Für viele Menschen gilt es als das Horrorszenario schlechthin: Eine Infektion mit dem Coronavirus. Schließlich können die Symptome der Krankheit recht heftig ausfallen. Ein doppelter Impfschutz soll jedoch vor einem heftigen Corona-Verlauf schützen. Vor einer Infektion schützt die Corona-Impfung jedoch nicht.

Der Berliner Virologe Christian Drosten rechnet fest damit, sich trotz vollständiger Impfung mit Corona zu infizieren. Das sagte er im „Coronavirus-Update“, einem Podcast des NDR. Der Virologe hat außerdem erklärt, warum eine mehrmalige Corona-Infektion sogar Vorteile mit sich bringen kann.

Der Virologe Christian Drosten rechnet nach eigener Aussage fest damit, sich trotz Impfung mit dem Coronavirus zu infizieren. (Archivbild)

Drosten: „Robuste Infektionsimmunität“ entstehe erst mit durchgemachter Corona-Infektion

Ziel von Drosten sei es demnach, eine Impfimmunität zu erreichen und darauf aufsattelnd eine erste und sogar weitere Corona-Infektionen zu haben. „Dann weiß ich, ich bin langhaltig belastbar immun“, so der Virologe. Durch „echte Infektionen“ solle laut Drosten die Immunität in der Bevölkerung auf lange Sicht belastbarer werden.

Eine „robuste Infektionsimmunität“ entstehe laut Virologen nämlich erst mit einer durchgemachten Corona-Infektion, denn dann produzieren körpereigene T-Zellen im Mensch lokal Antikörper. „Eigentlich ist es nicht das Ziel für alle Zeiten, immer impfen zu müssen“, sagte Drosten im Podcast. Das „Immun-Update“ solle irgendwann automatisch, also durch immer wiederkehrende Kontakte mit dem Coronavirus, erfolgen.

Ungeimpfte gehen laut Drosten ein hohes Gesundheitsrisiko ein

Als gesunder Erwachsener könne man laut Drosten diesen Weg für sich verantworten. Er betonte jedoch ausdrücklich, dass er diese Meinung nur auf der Basis einer zweifachen Corona-Schutzimpfung so sehen kann. 

Weiterhin spricht sich der Virologe im NDR-Podcast deutlich für eine Corona-Impfung aus: „Der normale Geimpfte hat eben eine Infektion, die kann passieren. Die wird aber meist gar nicht bemerkt oder die ist so harmlos, dass man sich deswegen jetzt nicht testen lässt.“ Ungeimpfte würden mit Blick auf den Herbst ein hohes Gesundheitsrisiko eingehen. (Helena Gries)

Die Sängerin Sarah Connor hat sich mit Corona infiziert - und das, obwohl sie vollständig gegen Corona geimpft ist. Aktuell wird an der Entwicklung neuer Vakzine gearbeitet. Der Corona-Impfstoff des Unternehmens Valneva könnte noch in diesem Jahr zugelassen werden.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa

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