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Schwer krank trotz Corona-Impfung: Acht Faktoren erhöhen das Risiko eines Durchbruchs

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Von: Sophia Lother

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Das Risiko schwer an Covid-19 zu erkranken, ist für Menschen mit bestimmten Risikofaktoren besonders hoch. (Symbolbild)
Das Risiko schwer an Covid-19 zu erkranken, ist für Menschen mit bestimmten Risikofaktoren besonders hoch. (Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa

Ein schwerer Covid-Verlauf kann auch doppelt Geimpfte betreffen. Forscher ermitteln einige Faktoren, die das Risiko für einen Impfdurchbruch begünstigen.

Maryland - Die Corona-Impfung schützt nicht zu 100 Prozent vor einer Infektion, das ist bereits bekannt. Aber sie senkt das Risiko zu erkranken und auch das Risiko eines schweren Verlaufs wird gemindert. Laut Robert Koch-Institut (RKI) schützen die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pifzer, Moderna und Astrazeneca zu 90 Prozent vor einem schweren Verlauf nach einer Infektion mit der Delta-Variante. Die Omikron-Variante macht eine Booster-Impfung unabdingbar, denn der Impfschutz der ersten beiden Immunisierungen ist bei dieser Mutante nicht mehr in so hohem Maß gegeben. Genaue Zahlen zum Impfschutz gegen schwere Verläufe liegen beim RKI noch keine vor.

Ungeimpfte oder nicht vollständig Geimpfte haben folglich ein höheres Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken. Mit einer Studie, an der mehr als 1,2 Millionen Menschen teilnahmen, fanden Fachleute nun heraus, dass es weitere Faktoren gibt, die dieses Risiko erhöhen – auch für doppelt Geimpfte.

Schwerer Corona-Verlauf trotz Impfung: Studie liefert überraschende Ergebnisse

Das Center of Desease Control and Prevention (CDC) in den USA hat die Studie auf seiner Webseite veröffentlicht. Forschende in Maryland untersuchten mithilfe einer Datenbank insgesamt 1.228.664 Personen über 18, die sich zwischen Dezember 2020 und Oktober 2021 vollständig gegen das Coronavirus impfen ließen. Als vollständig geimpft definierten die Fachleute die Personen, die entweder doppelt mit einem mRNA-Impfstoff oder einfach mit Johnson & Johnson immunisiert wurden.

Von den vollständig Geimpften infizierten sich 2246 trotz Impfung mit dem Virus. Im Vergleich wären das nur 18 von 10.000 Personen. Insgesamt 327 der Erkrankten wurden ins Krankenhaus eingeliefert, 189 mit einem schweren Covid-19-Verlauf. 36 Menschen starben in Zusammenhang mit dem Virus. Doch weshalb erkrankten einige derart schwer?

Corona: Schwerer Verlauf trotz Impfung – Forschende ermitteln Risikofaktoren

Als einen wichtigen Faktor konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schnell das Alter ausmachen. Schwere Verläufe waren bei Personen über 65 Jahren deutlich häufiger. Auch bestimmte Erkrankungen erhöhten das Risiko. Menschen mit verminderter Immunabwehr (Immunsuppression) aufgrund von Krankheit oder Medikamenten, mit Lungenerkrankung, Lebererkrankung, chronischen Nierenerkrankungen, Herzerkrankungen, neurologischen Erkrankungen sowie Diabetes waren anfälliger für schwere Corona-Verläufe. Alle Faktoren im Überblick:

Corona-Verlauf: Welche Faktoren bei Geimpften eine Rolle spielen

Auch der Impfstoff spielte eine Rolle. Während das Risiko eines schweren Verlaufs für Geimpfte mit Johnson & Johnson oder Biontech auf relativ gleichem Niveau war, lieferte die Impfung mit Moderna einen besseren Schutz. Eine vorherige Corona-Infektion in Kombination mit der Impfung senkte das Risiko, schwer zu erkranken.

Das größte Gewicht scheinen allerdings die Risikofaktoren zu tragen. Alle Studienteilnehmenden mit einem schweren Covid-Verlauf wiesen mindestens einen dieser acht Faktoren auf. Bei den Verstorbenen kamen diese Faktoren in großer Zahl vor. In den USA leidet schätzungsweise die Hälfte aller Erwachsenen unter einem dieser Krankheitsbilder, die das Risiko für einen schweren Corona-Verlauf immens erhöhen. „Selbst nach der Impfung bleibt ein erheblicher Teil der Bevölkerung gefährdet. Es erfordert zusätzliche Strategien, um schwere Covid-19-Verläufe zu verhindern.“

Auch in Deutschland sind die als Risikofaktoren ausgemachten Erkrankungen häufig. Eine Studie zur Gesundheit in Deutschland des Robert Koch-Instituts befragte über 22.000 über 18-Jährige. Ab einem Alter von 45 Jahren nahmen chronische Erkrankungen zu. Als Beispiele seien Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Lungenerkrankungen genannt. Über die Hälfte der 65-Jährigen berichtete von einer chronischen Krankheit oder gesundheitlichen Problemen. Booster-Impfungen und weitere Präventionsmaßnahmen sind gerade für die Risikogruppen daher ungemein wichtig.

In einer kürzlich veröffentlichten Studie beschäftigten sich Forschende mit der Ernährung und ihrem Zusammenhang zu Covid-Krankheitsverläufen. Einige Lebensmittel fielen besonders auf. (Sophia Lother)

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