Wirkt schnell gegen schweres Covid

Johnson & Johnson: Impfstoff wohl nur noch für ältere Menschen

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson steht im Verdacht, in seltenen Fällen Blutgerinnsel auszulösen. Die Stiko wird sich am kommenden Montag (10.05.2021) zu einem weiteren möglichen Vorgehen äußern.
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Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson steht im Verdacht, in seltenen Fällen Blutgerinnsel auszulösen. Die Stiko wird sich am kommenden Montag (10.05.2021) zu einem weiteren möglichen Vorgehen äußern.

Das Mittel von Johnson & Johnson zeigt in Studien hohe Wirksamkeit. Die Stiko will den Corona-Impfstoff aber scheinbar nur noch für ältere Menschen empfehlen.

Update vom Freitag, 07.05.2021, 14.04 Uhr: Einem Bericht des Spiegel zufolge will die Ständige Impfkommission (Stiko) das Corona-Vakzin von Johnson & Johnson am Montag (10.05.2021) nur noch für Personen ab 60 Jahren empfehlen – wie schon zuvor den Astrazeneca-Impfstoff.

Jüngere Menschen können den US-amerikanischen Impfstoff allerdings nach Aufklärung durch einen Arzt weiter nutzen. Seitens des Robert-Koch-Instituts (RKI) hieß es, dass man am Montag eine Stellungnahme der Stiko erwarte.

Corona-Vakzin von Johnson & Johnson wurde in der EU bisher kaum eingesetzt

Nach Impfungen mit dem Vakzin von Johnson & Johnson sind in einzelnen Fällen Blutgerinnsel beobachtet worden. Die USA hatten die Impfungen daher vorübergehend ausgesetzt, setzten den Impfstoff kurz darauf aber wieder ein. In der EU ist das Mittel bereits seit März zugelassen, wurde dort allerdings bisher kaum verabreicht.

Im Gegensatz zu den mRNA-Vakzinen von Moderna und Biontech, sowie dem Vektor-Impfmittel Astrazeneca, wird der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson nur einmal verabreicht und ist leicht lagerbar. Da viele ältere Menschen in Deutschland bereits gegen das Coronavirus geimpft worden sind, würde eine entsprechende Empfehlung der Stiko aber bedeuten, dass nur wenige Personen mit dem Mittel geimpft werden könnten – außer, jüngere Impfwillige erklärten sich mit dem Vakzin einverstanden.

Thrombosen bei Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson – Wie bei Astrazeneca?

Erstmeldung vom Mittwoch, 05.05.2021, 14.34 Uhr: Der Impfstoff von US-Hersteller Johnson & Johnson, auch Ad26.COV2.S genannt, wird seit Anfang Mai auch in Deutschland verimpft. In den USA kam es allerdings Anfang April zu einem Impfstopp mit dem Vakzin. Grund dafür waren sechs Fälle von Hirnvenenthrombosen, die nach der Impfung aufgetreten sind. Rund zehn Tage dauerte die vorübergehende Aussetzung an, für die sich die amerikanischen Behörden entschlossen hatten. Die Aussetzung sei aus einem „Übermaß an Vor­sicht“ empfohlen worden, zitiert das Ärzteblatt die Gesundheitsbehörde CDC und die Arzneimittelbehörde FDA.

Dieser Fall erinnert an das Vorgehen des deutschen Bundesgesundheitsministeriums im Fall des Impfstoffes von Astrazeneca. Auch hier wurde ein Zusammenhang zwischen der Impfung und der Entstehung von Thrombosen vor allem für unter 60-Jährige hergestellt. In der Konsequenz kam es zu einem kurzen Impfstopp im März. In beiden Fällen – bei dem Astrazeneca- und Johnson & Johnson-Präparat – handelt es sich um Vektorimpfstoffe. Beide Präparate werden wieder eingesetzt, da die zuständigen Behörden zu dem Schluss gekommen sind, dass die Vorteile der Impfung die Risiken überwiegen.

Mehr zur Häufigkeit von Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung erfahren Sie hier.

Corona-Impfung von Johnson & Johnson: Gute Wirksamkeit nachgewiesen

Tatsächlich zeigt eine aktuelle Studie, die im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurde, dass der Johnson & Johnson-Impfstoff bereits sieben Tage nach der Impfung als wirksam gegen schweres/kritisches Covid-19 wirkt. Außerdem verhindert sie offenbar auch symptomatische Infektionen mit den Varianten, die in Südafrika und Brasilien vorherrschen, informiert die Deutsche Apotheker Zeitung (DAZ). Für die Auswertung wurde von September 2020 bis Januar 2021 beobachtet, wie sich die Johnson & Johnson-Impfung auf das Corona-Risiko auswirkt. Dafür hatten die Forscher 44.325 erwachsene Teilnehmer im Verhältnis 1:1 nach dem Zufallsprinzip einer Einzeldosis Ad26.COV2.S (5×1010 Viruspartikel) oder Placebo zugeordnet. 34 Prozent der Teilnehmer waren über 60 Jahre alt, zitiert die Deutsche Apotheker Zeitung.

Die Untersuchung zeigte, dass die Impfung nach rund zwei Wochen eine Wirksamkeit von 77 Prozent gegen schweres Covid zeigt. Nach 28 Tagen waren die Menschen sogar zu rund 85 Prozent davor geschützt, an kritischen Corona-Verläufen zu erkranken. Außerdem nahm die Wirksamkeit über ungefähr acht Wochen nach der Impfung weiter zu, so die DAZ. Es gebe zudem keine Hinweise darauf, dass der Schutz im Laufe der Zeit abnimmt.

Der Impfstoff des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson wird seit Anfang Mai auch in Deutschland verabreicht.

Mögliche Nebenwirkungen der Johnson & Johnson-Impfung

Im Rahmen der Zulassungsstudie für den Johnson & Johnson-Impfstoff wurde unter anderem getestet, zu welchen Nebenwirkungen die Impfung führen kann. Das Portal Gesundheitsinformation.de, das vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in Auftrag gegeben wird, informiert, dass der Impfstoff in der Zulassungsstudie an etwa 44.000 Teilnehmenden erprobt wurde. Neben leichten und vorübergehenden Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle konnten die Studienleiter keine schweren Nebenwirkungen an den Teilnehmern beobachten, heißt es.

Sehr seltene Nebenwirkungen können während der Zulassungsstudien eines Impfstoffs allerdings meist nicht erkannt werden, so Gesundheitsinformation.de. Deshalb würden internationale Behörden nach der Zulassung von Impfstoffen immer die Verdachtsmeldungen zu Nebenwirkungen überwachen. So wurden auch die sechs Fälle von Hirnvenenthrombosen in den USA nach der Johnson & Johnson-Impfung bekannt. Dabei handelt es sich bislang um sehr selten auftretende Komplikationen, jedoch sollten Geimpfte bei Verdacht auf eine Thrombose sofort handeln. Welche Symptome eine Thrombose kennzeichnen und wie Sie sich im Notfall verhalten, erfahren Sie hier. (jg)

Vektorimpfsoff oder mRNA-Impfstoff: Erfahren Sie hier mehr über die Unterschiede zwischen den beiden Technologien.

Weiterlesen: Wirksamkeit der Corona-Impfung: Wer dieses Gewicht überschreitet, riskiert einen schlechteren Impfschutz.

Mehr Quellen: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/; https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
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