Gesundheit

Folgen von Corona-Lockdown unterschätzt? Mediziner schlagen Alarm: „Wir sind besorgt“

Corona-Pandemie: Vor allem junge Menschen leiden unter den gesundheitlichen und wirtschaftlichen Lockdown-Folgen. (Symbolbild) Ein Mann sitzt in seiner abgedunkelten Wohnung
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Corona-Pandemie: Vor allem junge Menschen leiden unter den gesundheitlichen und wirtschaftlichen Lockdown-Folgen. (Symbolbild)

Viele Studien zu den Folgen eines Corona-Lockdowns gibt es noch nicht. Nun sorgen neue Daten für Aufsehen. Forschende zeigen sich besorgt.

Kassel - Die Corona-Lockdowns in Deutschland sorgten für viel Zündstoff. Selbst die Experten waren sich über die Notwendigkeit nicht immer einig. Zu den stärksten Lockdown-Befürwortern gehörte in den vergangenen Monaten Karl Lauterbach.

Doch nicht jeder Forschende teilte die Meinung des SPD-Gesundheitsexperten. Auch Virologe Hendrik Streeck äußerte häufig eine andere Meinung. Vor wenigen Tagen eskalierte ein Streit der beiden Fachleute bei der Talkshow „Maybrit Illner“ (ZDF). Streeck warf Lauterbach sogar die „Spaltung der Gesellschaft“ vor.

BezeichnungCorona
InfektionskrankheitCovid-19
VirusSars-Cov-2

Corona-Krise: Forschende sind über Lockdown-Folgen besorgt

Viele Studien über die genauen wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen eines Lockdowns gibt es bisher noch nicht. Das ändert sich allmählich mit der Zeit. Nun sorgt eine repräsentative Untersuchung, die von den Asklepios-Kliniken in Auftrag gegeben wurde, für Aufsehen. Denn: Laut der Studie leiden zwei Drittel der Deutschen psychisch unter der Corona-Pandemie.

„Wir sind besorgt“, sagt Professor Christoph Herborn von Asklepios in Hamburg. „Möglicherweise haben wir die Nebenwirkung der Lockdowns unterschätzt“. Für die aktuelle Corona-Studie wurden bundesweit 2000 Menschen befragt. Besonders erschreckend: 4 von 5 jungen Menschen gaben an, sehr unter den Folgen zu leiden. Auch Familien beklagten übermäßig oft, die sozialen Kontakte zu vermissen und sich einsam zu fühlen.

Video: Corona und die Psyche - Was der Lockdown für Folgen haben kann

Corona-Pandemie: Studie zu Lockdown-Folgen wird fortgesetzt

Am wenigsten Probleme bereitete den Untersuchten zufolge die beengte Wohnsituation und das Homeoffice. Allerdings hat nur ein Viertel der Befragten im Homeoffice gearbeitet. Und von denen empfand der überwiegende Teil die psychische Belastung genauso stark, wie diejenigen, die Kinder zu Hause betreuen mussten. Rund ein Drittel der Befragte gab an, dass sie unter Corona nur wenig gelitten haben.

Die Studie soll fortgesetzt werden, heißt es bei Asklepios. Mit mehr Befragten wolle man aussagekräftige Zahlen für einzelne Bundesländer herausfinden.

Trotz steigender Infektionszahlen wird der Ruf nach Corona-Lockerungen lauter - besonders für Geimpfte. Nun hat sich Bayerns Ministerpräsident zu dem Thema geäußert. (Jan-Frederik Wendt) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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