Schweren Verlauf verhindern

Corona-Studie: Dieses preiswerte Medikament wirkt gegen Covid-19

Ein preiswertes Medikament kann einer neuen Studie zufolge schwere Corona-Verläufe verhindern.
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Ein preiswertes Medikament kann einer neuen Studie zufolge schwere Corona-Verläufe verhindern.

Forschende finden heraus, dass ein Medikament unter Umständen schwere Corona-Verläufe verhindern kann. Das Besondere: Das Mittel ist preiswert und verfügbar.

Kassel – Eine neue Studie hat die Wirksamkeit des Antidepressivums Fluvoxamin gegen Corona bestätigt. Sollte das Medikament in einem frühen Stadium einer Covid-19-Infektion eingenommen werden, könne sogar eine Hospitalisierung verhindert werden. Veröffentlicht wurde die Studie im britischen Fachmagazin The Lancet.

Bei Fluvoxamin handelt es sich um einen Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, welcher bereits seit circa 30 Jahren zur Behandlung von Zwangsstörungen, sozialen Angststörungen und Depressionen eingesetzt wird. Das preiswerte Mittel kann den Erkenntnissen nach zudem Entzündungen hemmen und einen sogenannten Zytokinsturm, eine der schweren Komplikationen einer Covid-19-Erkrankung, unterdrücken.

Corona-Studie: Rund 1500 Personen in Brasilien getestet

Zuvor hatten schon mehrere kleinere Studien Erfolge beim Einsatz von Fluvoxamin gezeigt. Bei der aktuellen Lancet-Studie taten sich jedoch Forscherinnen und Forscher aus Kanada, den USA und Brasilien zusammen, um das Medikament an rund 1500 Corona-Patienten in Brasilien zu testen. Dabei erhielten die Probandinnen und Probanden entweder das Antidepressivum oder ein Placebo, also ein Scheinmedikament.

Die getesteten Personen waren entweder ungeimpft, symptomatisch oder positiv auf Covid-19 getestet worden. 741 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten zehn Tage lang zweimal täglich 100 Milligramm Fluvoxamin, 756 Personen bekamen lediglich das Placebo. Anschließend wurden die Probandinnen und Probanden 28 Tage beobachtet.

Medikament Fluvoxamin kann schweren Corona-Verlauf verhindern

Dem Ergebnis zufolge konnte das Medikament die Notwendigkeit von Klinikaufenthalten oder längerer medizinischer Behandlung um zwei Drittel reduzieren. Jedoch hätten einige Patienten das Mittel zuvor abgesetzt, weil sie es schlecht vertrugen, so die Forschenden. Etwa zehn Prozent der Patientinnen und Patienten, die Fluvoxamin einnahmen, mussten im Laufe der Corona-Studie in einem Krankenhaus behandelt werden. Aus der Placebo-Gruppe waren es 15,7 Prozent.

Auch bei der Sterblichkeitsrate beobachteten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhebliche Unterschiede. Während nur eine Person verstorben sei, die mit Fluvoxamin behandelt wurde, seien es in der Kontrollgruppe hingegen zwölf Todesfälle gewesen.

Medikament Fluvoxamin wirkt gegen Covid-19: Die WHO empfahl in der Vergangenheit bereits andere Mittel

„Covid-19 stellt immer noch ein Risiko für Menschen in Ländern mit geringen Ressourcen und eingeschränktem Zugang zu Impfungen dar“, sagte einer der Hauptautoren der Studie, Edward Mills von der McMaster University in Kanada. Es sei daher wichtig, zu überprüfen, ob bereits verfügbare Medikamente zum Einsatz gegen Corona geeignet seien.

Gilmar Reis, ein anderer Forscher der Studie, sagte: „Angesichts der Sicherheit, Verträglichkeit, Benutzerfreundlichkeit, geringen Kosten und breiten Verfügbarkeit von Fluvoxamin können diese Ergebnisse einen wichtigen Einfluss auf nationale und internationale Leitlinien zum klinischen Management von Covid-19 haben.“ (Nail Akkoyun)

Die EMA prüft derzeit ein Mittel, welches als Corona-Medikament dienen könnte. Doch was würde das für eine Covid-19-Impfung bedeuten? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfahl in der Vergangenheit bereits zwei Mittel gegen eine Corona-Infektion.

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