„Molnupiravir“

Zulassung von Corona-Medikament wird geprüft - Was das für die Impfung bedeutet

Die Europäische Arzneimittelkommission (EMA) prüft derzeit ein neues Corona-Medikament. Doch, wird die Impfung dann überflüssig? Experten klären auf.

Kassel – Aktuell prüft die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) die Zulassung eines Corona-Medikaments des US-amerikanischen Pharmaunternehmens Merck. Es handelt sich dabei um ein Mittel namens „Molnupiravir“.

Die EMA teilte am Montag (25.10.2021) in Amsterdam mit, dass Experten nun Daten zur Wirkung des antiviralen Grippe-Medikaments untersuchen. Darüber berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Zulassung in der EU bald möglich: EMA prüft neues Corona-Medikament

Molnupiravir ist eine Pille, die geschluckt werden soll und von dem Konzern Merck Sharp & Dohme gemeinsam mit Ridgeback Biotherapeutics hergestellt wurde. Nach ersten Testergebnissen soll das Präparat das Virus im Körper abschwächen. Das Mittel könnte somit auch stationäre Behandlungen und Corona-Todesfälle verhindern. Nachdem die Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit von der EMA erfolgreich überprüft worden sind, kann der Hersteller einen Antrag auf Zulassung stellen. Ein Zeitrahmen wurde dafür aber nicht genannt.

Molnupiravir
Art:antiviraler Arzneistoff
Hersteller:Merck & Co./ Ridgeback Biotherapeutics
Behandlung:milde bis mäßige Verläufen von Covid-19

Derzeit ist in der EU nur ein Covid-Medikament zugelassen: „Veklury“ mit dem antiviralen Wirkstoff Remdesivir. Das Bundesministerium für Gesundheit informiert auf der Website zudem über weitere Corona-Mittel und Therapiemöglichkeiten.

Corona-Medikamente: Werden die Impfungen dadurch überflüssig?

Gerade Menschen, die ich noch nicht haben impfen lassen, weil sie den zugelassenen Corona-Impfstoffen noch skeptisch gegenüber stehen, hoffen auf solche Medikamente und alternative Therapien. Doch Arzneimittel, wie Molnupiravir, machen die Impfung laut einigen Experten nicht überflüssig.

Wie die Virologin Ulrike Protzer der Technischen Universität München gegenüber dem Bayerischen Rundfunk sagte, sei im Kampf gegen Corona beides sinnvoll. „Man braucht eine gute medikamentöse Behandlung, und man braucht einen Impfstoff.“ Wirksame und sichere Impfstoffe gebe es inzwischen, gut funktionierende Medikamente jedoch nicht.

Aktuell prüft die EMA die Zulassung des neuen Corona-Medikaments Molnupiravir. Experten erklären, ob die Impfung dann noch nötig ist.

Der Infektiologe Christoph Spinner bestätigt dies. Arzneimittelforschung sei weiterhin enorm wichtig, da es nur wenige wirksame Mittel gebe. All diejenigen würden sich zudem dadurch auszeichnen, „dass sie eben nur einen geringen oder zumindest beschränkten Beitrag zur Reduktion der Sterblichkeit oder zur Verringerung der Wahrscheinlichkeit des Fortschreitens der Covid-19-Erkrankung beitragen.“

Experten schätzen Corona-Medikamente ein - Zwei große Nachteile gegenüber der Impfung

In der Medikamentenforschung gegen Covid-19 gebe es Protzer zufolge zudem ein grundsätzliches Problem: Arznei würde erst wirken, wenn das Virus bereits im Körper ist. „Und dann bräuchte ich erst mal ein Medikament, was effektiv die Vermehrung meines Virus verhindert.“ Auch schützen sie im Gegensatz zu den zugelassenen Vakzinen andere Menschen nicht vor einer Infektion. Somit gebe es zwei große Nachteile gegenüber der Impfung. Ein Immunologe hat zuletzt über mögliche Langzeitfolgen der Corona-Impfung gesprochen und ist sich sicher, dass es diese nicht gibt.

Selbst wenn demnächst ein weiteres Covid-Mittel von der EMA durchgewunken wird, können diese einigen Experten zufolge die Spritze nicht ersetzen. Es bestehe trotz allem die Gefahr andere Menschen zu infizieren und die Infektion konnte womöglich schon immensen Schaden im Körper der Patientinnen und Patienten anrichten. (as)

Besonders steigende Zahlen der Corona-Geimpften auf den Intensivstationen wecken bei manchen Menschen Skepsis. Dafür gibt es allerdings eine Erklärung.

Rubriklistenbild: © dpa

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