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Corona-Variante in Deutschland: Wie weit verbreitet ist Omikron?

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Von: Alina Schröder

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Die neue Corona-Variante Omikron ist in Deutschland angekommen. Experten halten es für wahrscheinlich, dass sie hierzulande schon länger zirkuliert.

Kassel – Nach der in Indien entdeckten Delta-Variante, die sich innerhalb kürzester Zeit auf der ganzen Welt rasant verbreitete, treibt nun die neue Variante Omikron vielen Forschern die Sorgenfalten auf die Stirn. Von der Weltgesundheitsorganisation wurde sie als besorgniserregend eingestuft.

Wenige Tage nach Bekanntwerden der Corona-Variante aus Südafrika konnte sie auch bereits in Deutschland mehrfach nachgewiesen werden. Fachleute sind der Meinung, dass sie sogar schon vor einer Weile von Reiserückkehrern mit eingeschleppt wurde. Das berichtet die Tagesschau. Grassiert Omikron vielleicht schon seit längerer Zeit hier im Land?

Neue Corona-Variante: Wie verbreitet ist Omikron bereits in Deutschland?

Im Gegensatz zu anderen Corona-Varianten löst Omikron eher ungewöhnliche Symptome bei Infizierten aus - das zeigen aktuelle Daten. Nach ersten Erkenntnissen verbreite sich die neue Mutante aber noch schneller als Delta, was auf der Welt unter anderem für viel mehr Infektionen als bisher nachgewiesen sprechen könnte. In Südafrika macht sie Experten zufolge bereits die Mehrzahl aller Corona-Infektionen aus.

Auch in Deutschland könnten viel mehr Menschen mit Omikron infiziert sein, als bisher angenommen. Der Zeitraum für die internationale Verbreitung durch Reisende betrage sicher Wochen, sagte Virologe Oliver Keppeler vom Max von Pettenkofer-Institut in München der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Einige Hundert Fälle können es in Deutschland vielleicht sein.“

Dass Omikron den Großteil der Neuinfektionen in der derzeitigen Corona-Welle ausmacht, hält Keppeler jedoch für unwahrscheinlich. Dies sei die Delta-Variante. Auch eine große unentdeckte Verbreitung von Omikron in Deutschland halte er für unwahrscheinlich.

Die neue Corona-Variante Omikron ist auf dem Vormarsch. Experten schätzen, dass Reiserückkehrer die Mutante bereits vor längerer Zeit mit nach Deutschland gebracht haben könnten.
Die neue Corona-Variante Omikron ist auf dem Vormarsch. Experten schätzen, dass Reiserückkehrer die Mutante bereits vor längerer Zeit mit nach Deutschland gebracht haben könnten. (Symbolbild) © James Gourley/Imago

Vierte Corona-Welle in Deutschland: Folgen von Omikron schwer einzuschätzen

In der Zwischenzeit haben bereits mehrere Länder Omikron-Infektionen gemeldet - Zahlen für Deutschland veröffentlicht das Robert Koch-Institut (RKI) bislang aber nicht. Keppeler sieht dem weiteren Infektionsgeschehen besorgt entgegen. „Angesichts der Delta-Infektionsdynamik steht unser Gesundheitssystem in einer Sackgasse ja bereits mit dem Rücken zur Wand“, sagte der Virologe zum Einfluss der neuen Variante auf die aktuelle Welle. „Nun fährt ein Wagen mit defekter Bremse darauf zu.“

Die tatsächliche Übertragbarkeit, der Krankheitsverlauf und der Einfluss von Omikron auf den Corona-Impfschutz sind aktuell jedoch noch schwer einzuschätzen. Es lässt sich allerdings befürchten, dass Omikron die derzeitige Lage in Deutschland noch weiter verschlechtern könnte. Aus diesem Grund bestehe laut Keppeler jetzt „höchster Handlungsdruck, die vierte Welle zu brechen.“

Auch inwiefern Omikron die vierte Welle beeinflussen könnte, lässt sich laut der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek noch nicht konkret abschätzen: „Wir haben derzeit eine ausgeprägte Delta-Welle, das allein ist schon ein großes Problem, welches eigentlich unsere volle Aufmerksamkeit fordert.“ Forschende analysieren derzeit die neue Mutante aus Südafrika akribisch in Laboren und auch das RKI kündigte an, aus der Vergangenheit gewonnene Genomsequenzen zu untersuchen. Ciesek rechnet damit, dass sich in den kommenden Wochen dann mehr über Omikron sagen lässt. (Alina Schröder)

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