Pandemie

Corona: Ein Risikofaktor beeinflusst den Covid-19-Verlauf besonders

Eine Frau im Labor schaut durch ein Mikroskop.
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In Zürich haben Forscher Erfolg bei der Krebs-Bekämpfung gehabt. Eine Studie zeigt die Ergebnisse.

Warum erkranken manche Menschen sehr schwer an Corona und wieder andere zeigen nur leichte Symptome? Wissenschaftler haben dazu eine neue Erklärung gefunden.

Kassel – Corona gibt Wissenschaftlern seit mehr als einem Jahr immer wieder neue Rätsel auf. Das Virus befällt nicht nur Personen mit chronischen Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Problemen, Krebs und Diabetes. Auch gesunde, sportliche Menschen infizieren sich mit Corona und erkranken schwer. Oft bleibt allerdings ungewiss, warum das so ist.

Ein Forscherteam aus der Schweiz hat kürzlich verschiedene Risikofaktoren für schwere Covid-19-Verläufe untersucht – und den offenbar gefährlichsten ermittelt. Für ihre Studie nutzten die Wissenschaftler eine künstliche Intelligenz, die Muster bei schweren Verläufen von Covid-19 finden kann. Insgesamt wurden 240.000 Studien und wissenschaftliche Artikel ausgewertet.

Corona: Forscher finden gefährlichsten Covid-Risikofaktor – den Blutzucker

Das Ergebnis ist erschreckend: Der wichtigste einzelne Risikofaktor, der schwere Corona-Erkrankungen auch bei sonst fitten Menschen erklären kann, ist ein erhöhter Blutzucker. Mit erhöhten chronischen Werten steigt laut der Studie auch der Schweregrad der Erkrankung bis hin zum Tod.

Die Wissenschaftler bestätigten ihre Ergebnisse mithilfe weiterer Versuche und konnten herausfinden, dass der Blutzuckerspiegel zu jeder Zeit am Verlauf der Corona-Infektion beteiligt ist. Das heißt, dass ein erhöhter Blutzucker von der Virusinfektion, Krankheitsentwicklung bis zur Symptomausbildung eine wichtige Rolle spielt.

Außerdem fand das Forscherteam heraus, dass...

  • ... ein erhöhter Blutzuckerspiegel ideale Bedingungen für das Virus zu schaffen scheint, um den ersten Stufen der Immunabwehr in der Lunge zu entkommen. Hohe Blutzuckerwerte erleichtern es dem Virus also, tief in die Lunge vorzudringen und an den sogenannten ACE2-Rezeptor zu binden. Dort kann SARS-CoV-2 in die menschlichen Körperzellen in der Lunge eindringen.
  • ... auch weitere Vorgänge, wie die Vermehrung des Virus innerhalb der Zellen, Entzündungsreaktionen der Lunge und Zellschäden, mit einem hohen Blutzuckerspiegel in Zusammenhang stehen.
  • ... der hohe Blutzuckerspiegel im schlimmsten Fall das Risiko für Multiorganversagen sowie Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen kann.
Für viele Menschen mit Diabetes gehört das Messen des Blutzuckers zum Alltag. Eine gezielte Blutzuckerüberwachung und Ernährungsanpassung könnten also das Risiko, schwer an Corona zu erkranken, deutlich verringern. (Symbolbild)

Covid-Risikofaktor: Blutzuckerüberwachung und Ernährungsanpassung könnten Risiko deutlich verringern

Die Forscher schlossen aus der Studie, dass „ein erhöhter Blutzucker der gefährlichste Risikofaktor bei Covid-19 ist“. Außerdem sei das auch eine Erklärung dafür, warum gesunde und fitte Menschen je nach Alter und bekannten Vorerkrankungen schwere Covid-Verläufe entwickeln.

Eine gezielte Blutzuckerüberwachung und Ernährungsanpassung könnten also das Risiko, schwer zu erkranken, deutlich verringern. Eine Infektion mit dem Coronavirus kann auch zu Erektionsstörungen führen, die dauerhafter Natur sind. Hintergrund dessen ist, dass Sars-Cov-2 die Zellschicht Endothel angreift, welche Blutgefäße umgibt. (luw)

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